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Gefängnis in Mönchengladbach
22-Jähriger erhängt sich in Zelle

Mönchengladbach. Gefängniswärter haben am Sonntagmorgen im Mönchengladbacher Gefängnis einen 22-jährigen Strafgefangenen tot in seiner Zelle gefunden. Der Strafgefangene saß wegen räuberischer Erpressung ein. Von Gabi Peters

Der Mann soll sich stranguliert haben. "Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos", teilte der stellvertretende Anstaltsleiter, Andreas Schüller, mit. Der Strafgefangene habe eine mehrjährige Haftstrafe wegen räuberischer Erpressung verbüßt. Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach hat – wie in solchen Fällen üblich – das Todesermittlungsverfahren übernommen.

Es ist nicht der erste Todesfall in der Gladbacher Haftanstalt. 2005 brachte sich dort ein 25-Jähriger um. Auch er wurde tot in seiner Zelle gefunden. Der Mann war wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch und sexuelle Nötigung in Untersuchungshaft gekommen. Im Mai 2012 beging ein 30-jähriger Häftling Selbstmord, der wegen Betrugs angeklagt war. Einen Monat später versuchte ein 23-Jähriger, der wegen wiederholten Fahrens ohne Führerschein in Haft saß, sich das Leben zu nehmen. Und im Juni 2006 erhängte sich ein 58-Jähriger im Mönchengladbacher Gefängnis in seiner Zelle, einen Tag nachdem er in U-Haft eingeliefert worden war. Er wurde verdächtigt, ein achtjähriges Mädchen sexuell missbraucht zu haben.

Im Jahr 2016 war das Mönchengladbacher Gefängnis, das von der JVA Willich I zuletzt als Untersuchungshaftanstalt betrieben wurde, geschlossen worden. Doch kaum ein Jahr später wurde es wieder aktiviert, weil Haftplätze fehlten. Im Juli 2016 wurde bekannt, dass 123 Häftlinge aus der einsturzgefährdeten Justizvollzugsanstalt Münster nach Mönchengladbach ziehen sollen. Auch das Gladbacher Gefängnis gilt als veraltet. Es wurde 1910 bis 1912 erbaut und steht unter Denkmalschutz.

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