| 09.10 Uhr

Mordkommission ermittelt in Mönchengladbach
22-Jähriger nach Explosion verhaftet

Mordkommission ermittelt nach Brand in Mönchengladbach
Mönchengladbach. Nach einer Explosion und einem Wohnungsbrand am späten Montagnachmittag in Mönchengladbach hat eine Mordkommission die Ermittlungen aufgenommen. Der Hausbewohner soll die Detonation absichtlich herbeigeführt haben. Von Andreas Gruhn und Marlen Kess

Wie die Polizei am Abend mitteilte, steht ein 22 Jahre alter Hausbewohner im Verdacht, die Explosion vorsätzlich herbeigeführt zu haben. Dies hätten die Ermittlungen am Brandort in der Rheydter Straße ergeben. Der Mann wurde im Rahmen einer Fahndung festgenommen. Weitere Einzelheiten etwa zum Motiv oder zur Art der Explosion nannten Polizei und Staatsanwaltschaft am Abend zunächst nicht. Einen terroristischen Hintergrund schloss die Polizei ersten Erkenntnissen zufolge am Montagabend aus.

Gegen 16.40 Uhr hatten mehrere Bewohner des Mehrfamilienhauses der Feuerwehr einen lauten Knall gemeldet. Eine Wohnung in der ersten Etage stand in Flammen, und es kam zu einer starken Rauchentwicklung. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot zum Brandort aus, um das Feuer zu löschen. Als die Einsatzkräfte eintrafen, riefen mehrere Bewohner der umliegenden Wohnungen zur Straßenseite hin um Hilfe. Der Fluchtweg über den rückwärtigen Laubengang war wegen der Rauchentwicklung versperrt.

Neun Verletzte

"Einige von ihnen haben wir dann per Drehleiter aus den Fenstern ihrer Wohnungen retten müssen", berichtete Daniel Kleinen, Einsatzleiter der Feuerwehr. Andere hätten bei Eintreffen der Feuerwehr bereits vor dem Haus gestanden. Die betroffenen Bewohner wurden während des Einsatzes in einem Bus der NEW durch den Rettungsdienst und die Notfallseelsorge betreut.

Explosion in Mönchengladbacher Mehrfamilienhaus FOTO: Theo Titz

Parallel dazu rückten mehrere Trupps der Feuerwehr unter Atemschutz in das Haus vor, um die im Vollbrand stehende Wohnung zu löschen. Am Abend konnten fast alle Nachbarn wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Lediglich eine Bewohnerin der Brandwohnung musste bei Verwandten untergebracht werden. Neun Bewohner klagten laut Polizei über Rauchgasbeschwerden. Schwer verletzt wurde niemand.

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Ein Brandgutachter soll den Tatort am Dienstag untersuchen.

Mit Material von dpa.

(cbo, kess)