| 22.18 Uhr

Rettungskräfte im Einsatz
Gasexplosion in Mönchengladbach - Kind in Lebensgefahr

Kleinkind bei Gasexplosion in Mönchengladbach verletzt
Kleinkind bei Gasexplosion in Mönchengladbach verletzt FOTO: Theo Titz
An der Krefelder Straße in Mönchengladbach hat es in einem Haus eine Gasexplosion gegeben. Ein kleines Mädchen wurde lebensgefährlich verletzt. Feuerwehr und Polizei waren im Großeinsatz. Von Gabi Peters, Mönchengladbach

Als die ersten Einsatzkräfte an der Krefelder Straße eintrafen, stand der Vater mit seinem schwerst verletzten Kind in den Armen vor der Tür. Das 17 Monate alte Mädchen hatte starke Verbrennungen – hervorgerufen durch eine Explosion. Gegen 17 Uhr hatte es in der Wohnung der syrischen Flüchtlingsfamilie eine Verpuffung in einem gasbetriebenen Backofen gegeben. Durch die Druckwelle flogen Fenster und eine Tür aus den Rahmen. Kurz danach gingen auch schon die ersten Notrufe bei der Feuerwehr ein. Viele hatten den lauten Knall gehört.

Die Einsatzkräfte ließen das Mehrfamilienhaus sofort evakuieren. Die Polizei musste die Krefelder Straße zwischen der Neusser Straße und der Zeppelinstraße komplett sperren. Ein Hubschrauber wurde für das lebensgefährlich verletzte Kind angefordert. Zunächst hatten Schaulustige die Arbeit der Retter behindert. Die Polizei musste sie verscheuchen, über Radiodurchsagen wurde gebeten, den Einsatzort zu meiden und weiträumig zu umfahren. Der Rettungshubschrauber landete wenig später am Mönchengladbacher Flughafen, wo ein Notarzt das schwer verletzte Kind übergab, das anschließend in eine Spezialklinik geflogen wurde. Die Mutter begleitete ihre Tochter und blieb mit in der Duisburger Klinik. Nach ersten Angaben der Feuerwehr erlitt das Mädchen Verbrennungen zweiten Grades im Bereich des Oberkörpers und des Gesichts. 40 Prozent der Haut sollen betroffen sein.

Keine weiteren Verletzten

Die anderen Familienmitglieder, Vater, Mutter und ein zweieinhalbjähriges Kind, wurden laut Polizei bei der Explosion nicht verletzt. Es wird vermutet, dass sie sich in einem anderen Raum aufgehalten hatten. Auch die übrigen Hausbewohner blieben unverletzt.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur genauen Ursache der Explosion aufgenommen. Sie geht aber nicht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. "Dafür haben wir überhaupt keine Anhaltspunkte", sagte Polizeisprecher Wolfgang Röthgens. Die Wohnung der syrischen Familie ist nicht mehr bewohnbar. Sie wurde versiegelt. Die Familie bekam eine andere Unterkunft. Die übrigen Hausbewohner konnten noch am selben Abend wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Wegen der Straßensperrung kam es in der Innenstadt zu erheblichen Verkehrsstörungen, die sich erst langsam auflösten, als die Krefelder Straße gegen 19.30 Uhr wieder freigegeben werden konnte.