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Mönchengladbach
Blick auf die "andere Seite" des Schaffens

Mönchengladbach: Blick auf die "andere Seite" des Schaffens
Die Ausstellung von Rita Wilmesmeier im Kunstraum No. 10 ist noch bis zum 14. Juni zu sehen. FOTO: Raupold, Isabella (ikr)
Mönchengladbach. Die Werke von Rita Wilmesmeier im Kunstraum No. 10 beweisen Mut zur Farbe und Lust an assoziativen Motiven. Von Sigrid Blomen-Radermacher

"Die eine und die andere Seite", so lautet der Titel der Ausstellung mit Werken der in Mönchengladbach arbeitenden Künstlerin Rita Wilmesmeier im Kunstraum No. 10 in Eicken. In ihrer Präsentation von - bis auf wenige Ausnahmen - aktuellen Arbeiten zeigt Rita Wilmesmeier eine andere Seite ihres malerischen Schaffens. Seit einem Dreivierteljahr entwickelt sie eine neue Werkreihe, die zwar bekannte Elemente - und teilweise sogar ältere Arbeiten - aufgreift, diese aber in neue Zusammenhänge überführt und damit einen neuen Weg ihres künstlerischen Arbeitens einschlägt.

Es sind Bilder, in denen der Betrachter auf "die andere Seite" blickt. Kein leichter Blick übrigens: Das Auge hat wenige Punkte, an denen es sich festhalten kann, die Oberfläche flimmert, die andere Seite macht sich rar - doch der Gesamteindruck ist spannungsvoll, rätselhaft und einfach nur schön.

1988 hat Rita Wilmesmeier ein zartes und flaches Relief aus Lindenholz geschaffen: Ein abstrahiertes Porträt mit männlichen und weiblichen Zügen ist darauf zu sehen. 1990 entstand in Übernahme dieses Reliefs ein Bild. Dieses stellt die Grundlage einer aktuellen Arbeit dar. Rita Wilmesmeier legte eine bemalte Folie über das Porträt und installierte dies in einem Plexiglaskasten neben dem Objekt aus Lindenholz. Fast undurchdringlich wird so die vergangene Arbeit und dennoch sichtbar. Ein Wechsel zwischen Zeigen und Verhüllen beginnt.

Dieser Wechsel setzt sich in den aktuell präsentierten Werken fort: Rita Wilmesmeier überlagert Bilder mit bemalten Folien und feinmaschigen Kunststoffmaterialien, die das darunter liegende Motiv durchscheinen lassen. Zwei Bildmotive überlagern einander, stören sich dabei nur scheinbar, lassen Blicke nach innen ebenso zu, wie sie solche versperren. Die Überlagerungen schaffen eine enorme Tiefenwirkung, in denen sich das Auge verlieren kann.

Rita Wilmesmeier, von der man Arbeiten in meist zurückhaltenden Farbgebungen kennt, zeigt hier den Mut zur und die Lust auf Farbe: Neben den bekannten Grau- und Schwarztönen, die mit dem Weiß spielen, tauchen kräftige Rottöne und ein durchaus leuchtendes Rosa auf.

Die neuen Arbeiten von Rita Wilmesmeier sind stark assoziativ: Pflanzenzeichnungen und Landschaftselemente scheinen in vielen Bilden zu erkennen zu sein. Es sind Arbeiten, die den vertieften Blick einfordern.

Rita Wilmesmeier hat an der Kunstakademie Düsseldorf studiert, sie ist Mitglied der GEDOK Gruppe A 46 und der Gemeinschaft Krefelder Künstler. Die Ausstellung im Kunstraum No. 10 an der Matthiasstraße 10 ist noch bis zum 14. Juni zu sehen; geöffnet ist sie freitags von 17 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr. Es gibt einen Katalog zur Ausstellung und eine Edition.

Quelle: RP
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