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Mönchengladbach
Blühstreifen am Ackerrand sind ein Hingucker mit Mehrwert

Mönchengladbach. Sie sehen nicht nur hübsch aus, sondern besitzen auch viele nützliche Funktionen. Blühstreifen werden in der ökologischen Landwirtschaft am Rande oder zwischen den Feldern angelegt. Nicht nur Insekten, Vögel und kleine Säugetiere profitieren von dieser Idee, Blühstreifen verbessern auch die Bodenqualität und schützen die Bio-Felder am Straßenrand vor Emissionen. "Wir möchten die Natur und den Boden mitleben lassen", so Biobauer Joachim Kamphausen. Von Laura Laermann

Seit 25 Jahren betreibt er den Lenßenhof in Odenkirchen und kennt sich mit den Blühstreifen aus: "Es ist wichtig, eine ausgewogene Mischung verschiedener Pflanzen zu wählen." Versetzte Blütezeiten der Pflanzen sorgen nämlich dafür, dass der Blühstreifen möglichst lange Nahrung für Insekten bietet. "Wenn alle Pflanzen verblüht sind, wird der Streifen abgehäckselt und blüht ein weiteres Mal im Herbst."

Dann allerdings bleibt der Blühstreifen über den Winter stehen, um Vögeln und kleinen Säugetieren als Futter- und Nistplatz zu dienen. Auch hat jede Pflanze verschiedene Vorteile, die zum Beispiel der Bodenqualität zu Gute kommen. So ist es Leguminosen, wie Bohnen oder Wicken, möglich, Stickstoff aus der Luft zu binden und in den Boden abzugeben. Landwirt Kamphausen baut neben Leguminosen auch Buchweizen, Dill, Borretsch, Facelia, Sonnenblumen oder Malven an, die einen bunten Mix nützlicher Pflanzen bilden.

Insekten wie Bienen oder Schmetterlinge nutzen diese als Lebensraum und Nahrungsquelle. Die Nützlinge produzieren nicht nur wertvollen Honig, sondern bestäuben auch die besuchten Blüten. Nur so können einige Pflanzen Früchte bilden. "Obst und Nutzpflanzen wie Raps sind auf die Bestäubung von Honigbienen angewiesen", weiß Imker Arno Plum. "Diese sind die einzigen Insekten, die als Kultur überwintern und so schon im Frühjahr die ersten Pflanzen bestäuben können." Laut Syngenta, einem der größten Unternehmen der Agrarindustrie, wachsen in Deutschland auf über zehn Prozent der Agrarflächen Kulturen, die nur dann optimale Ernten liefern, wenn Bienen ihre Blüten besucht haben.

Eine weitere wichtige Funktion der drei bis sechs Meter breiten Blühstreifen ist die Abgrenzung zu konventionell bearbeiteten Äckern. "Durch den Streifen besteht Schutz vor Pestiziden, die möglicherweise auf Nachbaräckern eingesetzt werden", erklärt Kamphausen. "Nur so kann ich meinen Kunden gewährleisten, dass unsere Produkte ökologisch und frei von Chemie angebaut werden." Neben Blühstreifen gibt es auch ganze Blühfelder, die zur Rekultivierung eines Ackers angebaut werden. Dadurch wird die Bodenflora bereichert, so dass der Acker wieder viele Nährstoffe für den Gemüseanbau bereithält. Blühstreifen und Blühfelder sind also wunderschöne Möglichkeiten, Schutz nützlicher Insekten und ökologischen Anbau miteinander zu verbinden.

Quelle: RP
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