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Mönchengladbach
Geklaute Borussia-Raute sollte Wohnzimmerwand schmücken

Borussia Mönchengladbach: Geklaute Raute sollte Wohnzimmerwand schmücken
Die Borussia-Raute war das Geschenk eines Stammgastes. FOTO: Anne Offermanns
Mönchengladbach. Rund eine Woche lang war das Unikat von der Eingangstür der Altstadtkneipe "Krümel" verschwunden. Nun tauchte die Borussia-Raute wieder auf. Die Geschichte ist kurios. Von Laura Schameitat

Tagelang hat Armin Nicolai gebangt, geflucht, hat tausende Mails beantwortet und ist Hinweisen nachgegangen. Jetzt stellte sich heraus: Die Borussia-Raute aus Edelstahl, die von der Tür seiner Kneipe "Krümel" geklaut worden war, war die ganze Zeit nur etwa 50 Meter von Nicolais Wohnung an der Hindenburgstraße entfernt.

Vor rund einer Woche hatte der Wirt der Altstadtkneipe den Diebstahl des Unikats bemerkt. Daraufhin startete er einen Aufruf auf Facebook und bekam jede Menge Nachrichten. "Leute aus ganz Deutschland haben sich bei mir gemeldet, ihr Mitgefühl ausgedrückt und mir Ersatz-Rauten angeboten", erzählt Nicolai.

Dass die Raute nun zu ihm zurück kam, ist einem Zufall zu verdanken. In einem Haus an der Hindenburgstraße bat ein Mieter den anderen um einen Nachbarschaftsdienst. Er wolle ein Bild aufhängen und brauche dafür Schrauben und Dübel. Der Gefragte zeigte sich hilfsbereit und fragte den Nachbarn, ob er das Kunstwerk wohl einen Moment mit in die Wohnung nehmen dürfe, um die richtigen Utensilien aus seinem Werkzeugkoffer herauszusuchen. Anstatt seine Schraubensammlung zu durchforsten, machte der Mann jedoch sofort ein Foto des Kunstwerks und begab sich damit zu Armin Nicolai in den "Krümel".

"Er zeigte mir das Bild auf dem Handy und fragte, ob das nicht unsere Raute sei", erzählt Nicolai. Wenn ja, wüsste er nun, wer sie habe. Nicolai besuchte den Mann noch am gleichen Tag in seiner Wohnung, um sich die Raute genauer anzuschauen, dann war er sicher: das ist die Krümel-Raute. Nicolai zahlte dem Finder eine Belohnung von 100 Euro. Gemeinsam stellten die beiden Männer anschließend den Nachbarn zur Rede. "Er hat sich bei mir entschuldigt und mir auch versprochen, mir die 100 Euro, die ich dem Finder gegeben hatte, zu erstatten", erzählt Nicolai. Bei dem Täter handele es sich um einen Borussen-Fan, der die Raute so schön fand, dass er sie gerne in seine Wohnung hängen wollte.

Gestern Nachmittag hat Nicolai "seine Raute" wieder an der Kneipe auf der Waldhausener Straße montieren lassen – von einer Spezialfirma. "Jetzt hängt sie so fest wie nie zuvor", sagt der Kneipeninhaber. So ärgerlich die Episode um die geklaute Raute auch gewesen sei, er habe auch einiges daraus gelernt, sagt Nicolai. "Unser Facebook-Aufruf wurde rund 70.000 Mal angeklickt. Einfach Wahnsinn, was so ein Beitrag in den sozialen Netzwerken bewirken kann." Von der Anteilnahme der vielen Borussen-Fans aus Deutschland sei er außerdem sehr gerührt gewesen.

(rpo)
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