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Mönchengladbach
Borussia-Vorsänger: Zeugen schildern Tritt gegen Kopf

Mönchengladbach. Im Prozess gegen den Vorsänger (29) der Borussia-Ultras haben gestern Zeugen die Szene geschildert, die sich im Dezember 2015 in der Nordkurve ereignet hatte. Von Ingrid Krüger

So erinnerten sich gestern alle Zeugen, die im Schwurgerichtssaal aussagten, an das Opfer (37), das an dem Dezembertag entweder "schwer alkoholisiert" oder "besoffen" gewesen sei. Der 29-Jährige muss sich nach dem Zusammenstoß mit einem anderen Fan am Rande des Bundesligaspiels Borussias gegen Darmstadt 98 wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Die Zeugenaussagen waren recht unterschiedlich. Aber in allen spielte "verschüttetes Bier" eine Hauptrolle. So erinnerte sich ein 20-jähriger Student, wie der 37-Jährige an ihm "vorbei geschaukelt ist, deutlich unter Alkoholeinfluss", und Bier auf der Jacke des Vorsängers verschüttete. Dann habe es zwischen den beiden Männern eine Rangelei gegeben. Der Fan sei nach einem festen Tritt an den Kopf zu Boden gegangen. Vielleicht habe der betrunkene Mann nur das Gleichgewicht verloren, überlegte der Zeuge.

"Ich sah, wie ein Mann einen anderen am Schal packte und ins Gesicht trat", erinnerte sich dagegen eine 23-jährige Wassenbergerin an die Auseinandersetzung im Borussia-Park. Ein 32-Jähriger, der damals im Borussia-Park als Ordner zur Nordkurve gerufen worden war, sagte gestern im Gerichtssaal: "Auf dem Boden lag ein Mann vor uns. Der Vorsänger war sehr erschrocken." Über ihn sei ein Tablett mit Bierbechern ausgeschüttet worden, habe der Angeklagte sich beschwert. Der Vorsänger habe wie "geduscht" ausgesehen, so der Ordner.

Am 20. Dezember vergangenen Jahres war es in der Nordkurve zwischen dem 29 Jahre alten Angeklagten und dem Fan zu einem Zusammenstoß mit schlimmen Folgen gekommen. Laut Anklage hat der Vorsänger den Fan damals mit einem Tritt lebensgefährlich verletzt. Das Opfer erlitt eine Hirnblutung mit Hirnödem und wurde mit dem Hubschrauber in die Düsseldorfer Uniklinik geflogen. Der Vorsänger erklärte im Prozess, er habe sich nur verteidigen wollen. Das Opfer erinnerte sich an gar nichts. Im Stadion habe er einen Filmriss gehabt, so der 37-Jährige im Gerichtssaal, der zuvor Bier und Wodka getrunken habe.

Das Interesse an dem Schwurgerichtsprozess ist nach wie vor beachtlich. Die Reihen im Zuschauerraum des Gerichtssaals waren gut gefüllt. Der Prozess wird fortgesetzt.

Quelle: RP
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