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Mönchengladbach
Borussiapark mal ganz in "Oranje"

Mönchengladbach: Borussiapark mal ganz in "Oranje"
André Holtvlüwer (Generalkonsulat), Erik Joosten (niederl. Handelskammer), Twan Beurskens (Provinz Limburg) und Jürgen Steinmetz (IHK Mittlerer Niederrhein, v. l.) eröffneten das Wirtschaftsforum. FOTO: IHK
Mönchengladbach. So nah und doch so weit weg voneinander seien Niederländer und Deutsche, wundert sich Erik Joosten von der niederländischen Handelskammer. Privat wechsle man problemlos von einer Seite der Grenze auf die andere, geschäftlich orientierten sich viele nur innerhalb des eigenen Landes. Auch wenn der deutsche Nachbar für Unternehmen der Provinz Limburg viel näher sei als Amsterdam. Dagegen müsse man was tun. Von Angela Rietdorf

Dieser Meinung waren offensichtlich viele - und deshalb brummte das deutsch-niederländische Wirtschaftsforum. Rund achthundert Teilnehmer aus beiden Ländern waren im Borussiapark zusammengekommen, um Kontakte zu knüpfen, Informationen zu sammeln und Fragen zu stellen. "Diese Veranstaltung ist die größte Netzwerkveranstaltung entlang der Grenze", sagt Organisator Wolfram Lasseur von der IHK Mittlerer Niederrhein. Das Wirtschaftsforum bot Workshops zu Themen wie Social-Media-Kampagnen oder Fördermöglichkeiten für deutsche Unternehmen in der Provinz Limburg. Es gab die Möglichkeit, Experten zu Problemfeldern wie Zahlungsausfällen oder Arbeitnehmerüberlassung zu befragen. Zudem konnten Firmen, die Partner suchten, miteinander ins Gespräch gebracht werden - 200 Firmen suchten in diesem Jahr so den Partner für eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung.

Die Niederlande sind der wichtigste Wirtschaftspartner NRW's. "Die Wirtschaftsbeziehungen sind schon spitze", betonte Jürgen Steinmetz, Geschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. Allein im ersten Halbjahr 2017 betrug der Wert des Warenaustauschs 28 Milliarden Euro. Und trotzdem könnten die Verbindungen noch besser werden. Denn die Sprachbarriere ist nicht hoch. "Wenn einer Deutsch spricht und der andere Niederländisch, versteht man sich meist", weiß Wolfram Lasseur. "Und wenn nicht, weicht man auf Englisch aus."

Mehr Schwierigkeiten können da manchmal die kleinen, aber wichtigen kulturellen Unterschiede machen. Die IHK hat deshalb extra einen Praxisratgeber zum Thema Marktkommunikation erstellen lassen, damit Fettnäpfchen und Stolperfallen in der Zusammenarbeit mit den Nachbarn vermieden werden können. Die Niederländer, so der Ratgeber, hätten weniger Scheu vor Neuem, nutzten Onlinemedien stärker, fänden deutsche Werbung oft langweilig und liebten eine buntere Gestaltung bei Flyern oder Anzeigen. Auch im Umgang mit der jeweils anderen Sprache warten Überraschungen: Das Papiermonster entpuppt sich als Muster, der Dealer ist dann doch nur ein Autohändler und auf das Verb "müssen" reagieren Niederländer häufig allergisch.

Ein wichtiger Teil der niederländischen Wirtschaftskultur sei das Netzwerken, erläutert der Ratgeber. Und das erklärt den großen und anhaltenden Erfolg des Wirtschaftsforums, das schon zum achten Mal stattfand und auf stetig steigende Anmeldezahlen verweisen kann. "Wir sollten von den Unterschieden Gebrauch machen", meinte Erik Joosten und zitierte seine deutsche Lieblingsredensart "Wenn schon, denn schon". "Wenn Deutsche das sagen, dann machen sie auch was."

Quelle: RP
 
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