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Mönchengladbach
Brennholz: Sammeln im Wald verboten

Mönchengladbach: Brennholz: Sammeln im Wald verboten
Hermann-Josef Backus in seiner Produktionshalle in Mennrath. Der 50-Jährige hat mit dem Holzhandel seine Leidenschaft für den Wald und die Natur zum Beruf gemacht. Dank der hohen Nachfrage nach Brennholz laufen die Geschäfte gut. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Immer mehr Menschen heizen mit Holz - das treibt die Preise in die Höhe. Doch wer selbst sammelt, macht sich strafbar. Von Laura Schameitat

Es ist die Kombination aus der Gemütlichkeit, die ein offener Kamin verbreitet, einem gestiegenen Umweltbewusstsein und wirtschaftlichen Gründen, die dem Heizen mit Holz in den vergangenen Jahren einen Boom beschert hat. Hermann-Josef Backus freut's. Der 50-Jährige hat sich 2006 mit einem Holzhandel selbstständig gemacht. Und die Geschäfte laufen gut. Vor allem jetzt zu Beginn der Heizperiode.

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69 Euro kostet der Raummeter geschüttetes Brennholz bei Backus in Mennrath zurzeit, je nach Holzart. Hinzu kommen 25 Euro Lieferpauschale, die sich Nachbarn allerdings auch teilen können. Backus liegt damit unter dem vom Bundesverband für Brennholzhandel und Brennholzproduktion errechneten Durchschnittspreis von 79,57 Euro. Doch auch in Gladbach steigen die Preise: 2009 kostete der Schüttraummeter bei Backus noch 65 Euro.

Vier bis fünf Raummeter Holz brauchen Kunden, die einen kleinen Kaminofen im Wohnzimmer haben, pro Winter, schätzt Backus. Inzwischen gebe es jedoch auch Anlagen, mit denen über einen Scheitholzkessel im Keller das ganze Haus geheizt werden kann. So eine hat auch Backus. "Ich heize 400 Quadratmeter Wohnfläche nur mit Holz", sagt er. In der Anschaffung kostet eine solche Anlage rund 8 000 bis 10 000 Euro.

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"Die meisten Kunden kaufen gemischtes Brennholz. Das empfehlen wir ihnen auch", erklärt der Holzhändler. Die Holzarten haben ganz unterschiedliche Eigenschaften. So erzeugt Birke beispielsweise ein sehr schönes Flammbild, Eiche hingegen hat ein enormes Energiepotenzial. Buche ist universell einsetzbar.

Vor allem in den Übergangstagen zwischen Herbst und Winter, an denen die Temperaturen zum Teil noch über zehn Grad liegen, sei Brennholz gefragt. "Für einen kalten Abend machen die meisten Leute nicht extra die Heizung an. Dann ist ein Kamin ideal, um beispielsweise nur das Wohnzimmer schön warm zu bekommen", sagt Backus. In seinem Geschäft ist deshalb zurzeit Hochkonjunktur. Ein weiterer Grund für die gestiegene Nachfrage ist auch die Krise in der Ukraine. "Ob Europa weiterhin unbegrenzt Gas und Öl bekommen kann, ist fraglich. Brennholz gibt es immer", sagt Backus.

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Allerdings hat es in den vergangenen Jahren schon Engpässe gegeben, wenn der Winter besonders kalt war. 2009 etwa wurde Brennholz in Gladbach zur Mangelware. Viele Bürger gingen dazu über, frisches Holz quasi vom Baum weg zu kaufen. Laut Bundes-Emissionsschutzgesetz muss die Feuchtigkeit des Holzes jedoch unter 20 Prozent betragen, bevor es in den Kamin darf. Ob es in diesem Winter wieder zu Problemen kommen könnte, ist laut Backus genau so schwierig vorherzusagen wie das Wetter.

Wer denkt, er könnte das Holz angesichts steigender Preise doch einfach selbst im Wald sammeln, sollte besser Abstand von dieser Idee nehmen. "Das ist Diebstahl", sagt Stefan Befeld vom Landesbetrieb Wald und Holz in NRW. Schließlich gehöre der Wald jemandem - entweder der Stadt oder einem privaten Forstbesitzer. Einige Kommunen verteilen allerdings noch sogenannte Holzsammelscheine. Damit darf dann legal eine bestimmte Menge gesammelt werden. In Mönchengladbach gibt es das jedoch nicht mehr. "Der Verwaltungsaufwand war zu hoch", teilt die Stadt mit.

Quelle: RP
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