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Mönchengladbach
Brücke am Museum hat teures Statik-Problem

Mönchengladbach: Brücke am Museum hat teures Statik-Problem
Auf dieser (offenen) Garage liegt die Brücke, die von der Krichelstraße zum Museum Abteiberg führt. Die Brücke ist alleine nicht mehr standsicher, wenn das frühere Jugendheim und die Garage abgerissen werden. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Ein früheres Jugendheim und eine Garage stützen die Museumsbrücke. Wenn beide Gebäude abgerissen werden, ist die Brücke alleine nicht mehr standsicher. Die Stadt zahlt für die Verankerung 130 000 Euro. Von Dieter Weber

Wer von der Hindenburgstraße nach rechts in die Krichelstraße abbiegt, sieht nach rund 100 Metern das Museum Abteiberg vor sich. Das heißt: Das Museum als Gebäude ist es nicht. Sondern eine in Dunkelrot gestrichene Tafel mit dem Schriftzug "Museum Abteiberg". Das beginnt nach wenigen Metern auf eine ungewöhnliche Weise: über eine mehr als 50 Meter lange Brücke, mit der die Abteistraße überquert wird und über die der Besucher fast auf dem Museum steht und das Stabile von Calder vor sich sieht, das früher vor dem Stadttheater stand.

Die Brücke ist ein Teil des Abteiberg-Museums und ebenfalls eine architektonische Glanzleistung. Ausgerechnet sie macht der Stadt Kummer: Es gibt statische Probleme, die richtig ins Geld gehen, um sie zu lösen. Und sie müssen beseitigt werden, weil nebenan das alte Jugendheim abgerissen wird und ein Neubau mit schicken Wohnungen und einem Café entsteht.

Die Statik ist eine Sünde aus den frühen 1980er-Jahren, als das Museum gebaut wurde und man die Brücke an ihrem Ansatz an der Krichelstraße auf eine Garage setzte. Als ein Statiker der Stadt sich mit dem Problem beschäftigte, hat er sofort abgewunken. Das könnten nur Spezialisten, die mit Brückenbau vertraut sind, erklärte er. Mehr als 50 000 Euro kostet alleine deren Ingenieurleistung. Weitere 80 000 sind kalkuliert, um die Brücke selbstständig standsicher zu machen, wenn Jugendheim und Garage abgerissen werden. Selbst wenn man die Garage stehen ließe, ist es damit nicht getan. "Das Jugendheim kann nicht abgebrochen werden, ohne die Brückenkonstruktion zu verstärken", teilte Stadtsprecher Wolfgang Speen mit.

Wie konnte es zu diesem Problem kommen? Und vor allem: Warum hat man es nicht früher erkannt, als das Grundstück, auf dem das Jugendheim steht, an den Gladbacher Architekten Dr. Burkhard Schrammen verkauft wurde? Der trägt zwar die gesamten Abrisskosten, aber die Sicherung der Brückenstatik bleibt Aufgabe der Stadt. "Dass die Brücke nicht selbstständig standsicher ist, ist für das relativ junge Bauwerk sehr ungewöhnlich und war ohne detaillierte Einsichtnahme in die Statik der Brücke nicht abzusehen", sagt Stadtsprecher Speen. Und er hebt außerdem hervor, dass es bei einer Kostenkalkulation für eine öffentliche Verkehrsfläche nicht üblich und erforderlich sei, die Statik angrenzender Gebäude oder Ingenieurwerke zu überprüfen.

Immerhin gibt es eine Lösung. Die Museumsbrücke wird mit Erd-ankern zur Krichelstraße hin abgesichert. Ein Verzicht auf den Neubau wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen: Dann hätte Schrammen Regress verlangen können.

Quelle: RP
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