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Mönchengladbach
Bürgersolargenossenschaft will in Windkraft investieren

Hier könnten die geplanten Windräder stehen
Hier könnten die geplanten Windräder stehen FOTO: NEW
Mönchengladbach. Dass die Bürgersolargenossenschaft BSMG im abgelaufenen Geschäftsjahr rote Zahlen schreiben würde, war schon bei ihrer Gründung im Januar 2011 klar. Etwa 19 000 Euro Verlust waren bei der Inbetriebnahme Mitte vergangenen Jahres prognostiziert worden – in Wirklichkeit sind es nun sogar 52 000. Von Bastian Kaiser

Das gab Vorstandsmitglied Wolfgang Weuthen bei der Mitgliederversammlung im Raiffeisensaal der Volksbank bekannt.

Defekt zu spät festgestellt

Zwei Gründe nannte NEW-Re-Geschäftsführer Markus Palic: Zum einen gingen die Anlagen zwei bis drei Monate später ans Netz als geplant. Geeignete Dachflächen finden, Ausschreibung, Montage – das erfordere Zeit sowie etwa 40 000 Euro. Außerdem sei ein Defekt an den Photovoltaik-Anlagen an der Realschulstraße erst nach mehr als einem Monat aufgefallen und behoben worden – die Datenüberwachungsanlagen waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht voll in Betrieb. Für die Genossenschaftler ergebe sich dadurch jedoch kein "echter Schaden", sagte Palic.

Der Gewinn verschiebe sich lediglich. "In Zukunft sollten aber keine besonderen Faktoren mehr über uns einbrechen", sagte Weuthen. "Unter Vorbehalt behaupte ich, dass wir den Verlust zum Jahresende wettmachen können", gab er bekannt. Die erste Dividendenausschüttung ist 2014 für das Geschäftsjahr 2013 geplant.

Vorstand und Aufsichtsrat wurden von den Genossenschaftlern einstimmig entlastet. Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Lothar Beine bleibt Mitglied der Kontrollinstanz. Erstmals wurden die Pläne vorgestellt, das Handlungsgebiet der Solargenossenschaft auszuweiten: Zusätzlich könnte in Windkraft investiert werden. "Dabei wäre es möglich, eine neue Genossenschaft zu gründen oder die bestehende weiterzuentwickeln", sagte Volksbank-Vorstand Heinz-Wilhelm Hermeling. Konkret würde die Genossenschaft eine Beteiligung an vier Windkraftanlagen anstreben: an den jeweils zwei südlich des Hardter und nördlich des Buchholzer Waldes geplanten Windrädern – an eben den Anlagen, gegen die sich Anwohner in den vergangenen Wochen heftig gewehrt haben. Dabei sollen sie an den Erträgen aus den Anlagen beteiligt werden.

"Die Anwohner sollen sehen, dass es ihre Windräder sind", erklärte Hermeling. Bei den Genossenschaftlern ist das Interesse groß. Ein Stimmungsbild hat ergeben: Fast alle sind an einer Investition interessiert. Nur vier Mitglieder stimmten gegen die Ausweitung der BSMG. Eine abschließende Entscheidung bedeutet das allerdings nicht. "Ich halte die Pläne noch für zu vage", urteilte Genossenschaftler Klaus Wirtz. Denn eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sei noch nicht durchgeführt worden. Das bestätigte Hermeling, der sich von der Windkraft jedoch einiges verspricht: "Die Rendite ist ähnlich wie bei der Solarenergie, das Risiko ein wenig höher. Die Investition könnte insofern aber eine Stabilisierung der Erträge bedeuten, als das Risiko verteilt wird: Wenn der Wind mal nicht weht, dann scheint die Sonne und umgekehrt."

(RP/rl)
 
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