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Mönchengladbach
Bundestags-Kandidaten zu Zeitarbeit und Befristungen

Mönchengladbach. Wie können Politiker Arbeitslosigkeit bekämpfen? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion, zu der Karl Sasserath, Leiter des Arbeitslosenzentrums (ALZ), die Bundestagskandidaten Gülistan Yüksel (SPD), Markus Kurth, (Grüne), Sebastian Merkens (Die Linke), Stephan Dahlmanns (FDP) sowie Bernhard Stein (CDU) eingeladen hatte, der den Bundestagskandidaten Günter Krings (CDU) vertrat. In einem Punkt waren sich alle einig: Deutschland geht es so gut wie lange nicht mehr. Die Zahl der Beschäftigten wachse, und die Nachfrage nach Arbeitskräften befinde sich auf hohem Niveau. Trotzdem machte Sasserath vor rund 25 Zuhörern deutlich: "Für Ungelernte und Niedrigqualifizierte ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt immer noch angespannt." Dafür nannte er mehrere Ursachen: Alter, Erkrankungen oder mangelnde Qualifikation der Bewerber, aber auch sachliche Gründe wie Zeitarbeit und befristete Arbeitsverhältnisse. Von Marion Lisken-Pruss

Insbesondere die sachgrundlose Befristung, also ein Arbeitsverhältnis, das ohne Grund befristet ist, nahm einen breiten Raum bei der Diskussionsrunde ein: Für Gülistan Yüksel machen es befristete Jobs unmöglich, die Zukunft zu planen. "Menschen brauchen eine Perspektive", sagte sie und sprach sich ebenso wie Markus Kurth und Sebastian Merkens gegen die sachgrundlose Befristung aus. Bernhard Stein und Stephan Dahlmanns brachten einen anderen Aspekt ins Spiel: "Durch befristete Arbeitsverhältnisse können Unternehmen flexibler kalkulieren und reagieren, wenn Aufträge wegbrechen." Markus Kurth hielt dagegen: Es gebe von der Elternzeit über betriebsbedingte Kündigungen genug Gründe für ein befristetes Arbeitsverhältnis, weshalb eine weitere Befristung unnötig sei.

Auch die ungleiche Bezahlung von Zeitarbeitskräften und Festangestellten war Thema Yüksel sprach sich gegen Leiharbeit und Zeitarbeit aus, Markus Kurth forderte "einen gleichen Lohn für gleiche Arbeit vom ersten Tag an," und Stephan Dahlmanns plädierte dafür, dass Leiharbeiter ebenso viel Gehalt bekommen sollten wie Festangestellte. Sebastian Merkens kritisierte, dass sich der Wert eines Menschen an seiner Erwerbstätigkeit messe und regte an, über neue Gesellschaftsmodelle nachzudenken.

Holger Hexgen von der AfD, war nicht eingeladen. Durch die Rückkehr zu einer eigenen Währung hätte Deutschland eine erhöhte Kaufkraft erklärte er schriftlich.

Quelle: RP
 
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