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Mönchengladbach
Bundeswehr-Y weiter "made in MG"

Mönchengladbach: Bundeswehr-Y weiter "made in MG"
Oberst Holger Voß (Mitte), Leiter der Militärkraftfahrtstelle, bei deren Auflösungsappell mit den Generalmajoren Hans-Erich Antoni (l.) und Thomas Wollny. FOTO: Peter Koch
Mönchengladbach. Nach 56 Jahren aufgelöst worden ist die Zentrale Militärkraftfahrtstelle (ZMK), die letzte große Dienststelle der Bundeswehr in der Stadt. Doch der feierliche Auflöseappell in dem Gebäudekomplex am Kreisverkehr in Rheindahlen war kein Anlass zur Traurigkeit, im Gegenteil. Von Helmut Michelis

Im laufenden Reformprozess der Streitkräfte wird die Einrichtung am 1. Januar als "Abteilung Militärisches Kraftfahrtwesen und Zentrale Militärkraftfahrtstelle" des Logistikkommandos der Bundeswehr neu aufgestellt und sogar vergrößert. Die Dienststelle unter Führung von Oberst Holger Voß wird 100 Soldaten und 30 Zivilangestellte umfassen und damit mehr als doppelt so groß sein wie die jetzige ZMK. Dies wird als ein klares Bekenntnis der Bundeswehr zu Mönchengladbach gewertet. Die ZMK, zu der künftig auch 24 Großfahrschulen im Bundesgebiet gehören, ist, vereinfacht dargestellt, das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt des Militärs und nimmt außerdem Aufgaben ähnlich denen der Straßenverkehrsämter und des Tüv wahr.

Die Dienststelle ist nämlich unter anderem Anerkennungsbehörde für alle militärischen Kfz-Sachverständigen, Fahrlehrer und Führerscheininhaber, wertet alle Unfälle mit deutschen Militär-Kfz aus und verwaltet die mehr als 75.000 Fahrzeuge der Bundeswehr – vom Krad bis zum Kampfpanzer. Denn auch die mächtigen "Leopard 2" müssen für den deutschen Straßenverkehr tauglich sein. Deren Y-Kennzeichen ist übrigens "made in Mönchengladbach": Im Rheindahlener Gebäude befindet sich die Prägewerkstatt.

In einer sich ständig wandelnden Bundeswehr blieb die übergreifende Dienststelle für Heer, Luftwaffe, Marine und Wehrverwaltung erstaunlich konstant. Bereits mit Aufstellung der Truppe wurden 1956 die ersten Soldaten für die zukünftige ZMK einberufen. Sie war zunächst in Rheinbach stationiert, wechselte aber schon ein Jahr später nach Düsseldorf. Seit 2001 ist sie in Rheindahlen beheimatet.

150 Gäste aus ganz Deutschland nahmen an der Feier teil, darunter Landtagsabgeordneter Norbert Post und Oberbürgermeister Norbert Bude. Der OB bedankte sich, auch mit Blick auf den bevorstehenden Abzug der britischen Streitkräfte, bei den Vertretern des Verteidigungsministeriums für den Verbleib der Bundeswehr am Standort und hieß die neuen Soldaten der aufzustellenden Abteilung und deren Familien willkommen.

Gleich zwei Generale hatte die Veranstaltung nach Mönchengladbach geführt: Den Appell führte der Amtschef des vorgesetzten Streitkräfteamtes aus Bonn, Generalmajor Thomas Wollny, durch. Der Kommandeur des in Erfurt stationierten Logistikkommandos, Generalmajor Hans-Erich Antoni, sicherte seiner Außenstelle und dem Standort Mönchengladbach jederzeit die erforderliche Unterstützung zu.

(RP/ac/csi)
 
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