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Mönchengladbach
Busse bleiben auf der Hindenburgstraße

Mönchengladbach: Busse bleiben auf der Hindenburgstraße
Die Busse werden auch künftig bergauf und bergab über die Hindenburgstraße fahren. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Ein Gutachten, das der Politik noch vorgestellt wird, zeigt auf: Würde man den Linienverkehr bergab über die Steinmetzstraße führen, wäre das mit immensen Kosten und sinkenden Fahrgastzahlen verbunden. Es wird also alles so bleiben wie gehabt. Von Jan Schnettler

Das Fazit des Gutachtens ist eindeutig - und lässt keine Zweifel offen: Der Busverkehr auf der Hindenburgstraße wird bleiben. In unvermindertem Maß. Auch bergab wird er künftig nicht über die Steinmetzstraße geführt werden. Denn täte er dies, müsste die Stadt tief in die Tasche greifen. 970.000 Euro würde es kosten, die Infrastruktur (Haltestellen, Busschleusen, Wegweisung, Ertüchtigung Sandradstraße) entsprechend umzubauen. Eine weitere Million müsste man an in der Vergangenheit gewährten Fördermitteln zurückzahlen. Und weil die Fahrstrecke länger würde und außerdem mit zurückgehenden Fahrgastzahlen zu rechnen wäre, wäre zusätzlich ein Defizitausgleich an die NEW in Höhe von 1,1 Millionen Euro einzukalkulieren - jährlich.

Höhere Kosten für einen Busverkehr mit gesunkener Fahrgastnachfrage - das kann niemand ernstlich wollen. Aber genau das prognostiziert die Untersuchung der Kasseler Büros Plan:Mobil und Mathias Schmechtig NahverkehrsConsult für den Fall, dass die Busführung bergab abgeändert würde. Sie wurde bereits im Facharbeitskreis ÖPNV-Hindenburgstraße vorgestellt und liegt der Redaktion vor. Zwar handelt es sich um eine vorläufige Arbeitsfassung, die noch der Abstimmung in den politischen Gremien bedarf, doch die Grundausrichtung ist eindeutig. Daran ändern auch die Vorteile einer Neuregelung des Busverkehrs auf der Hindenburgstraße, die das Gutachten aufzeigt, nichts. So dürfte es positive Auswirkungen für Stadtbild, Außengastronomie und hochwertigen Einzelhandel geben, wenn nur noch die Hälfte der täglich bisher rund 1000 Busse über die Einkaufsstraße brettern würde. Es gäbe auch punktuelle Flächengewinne für die Fußgängerzone, die aber zu vernachlässigen sind, weil eine Fahrgasse für Rettungsdienste ohnehin freigelassen werden müsste. Zudem würde die bisherige Trennwirkung der Busstreckenführung in der Fußgängerzone vermindert. Allerdings: Zusätzlich zu den Kosten brächte eine Änderung weitere massive Nachteile mit sich. So ergäben sich durch die Vermischung des Bus- mit dem Autoverkehr neue Konfliktpunkte. Die ÖPNV-Erreichbarkeit der Fußgängerzone würde sich verschlechtern, insbesondere durch ein "Erschließungsloch" im Bereich des Kaufhofs. Und bedingt durch diesen Attraktivitätsverlust gehen die Gutachter von einem verringerten Fahrgastaufkommen (bisher knapp 15.000 pro Tag) aus.

Im Sommer hatten die Büros Plan:Mobil und Mathias Schmechtig NahverkehrsConsult bereits eine Vorstudie zum neuen Nahverkehrsplan vorgestellt, in der das gesamte Busliniennetz seziert wird. Das einigermaßen vernichtende Urteil: Das Netz ist zu langsam, zu unkoordiniert und falsch getaktet. Und im Frühjahr hatte ein Schmechtig-Gutachten ergeben, dass die Idee, die Busse ganz aus der Hindenburgstraße herauszunehmen, nicht gangbar ist. Mit der jüngsten Untersuchung wird der Status quo des Busverkehrs auf der Einkaufsmeile nun endgültig gefestigt.

Quelle: RP
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