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Mönchengladbach
Café Emmaus: Der Bedarf steigt massiv

Mönchengladbach. Die Einrichtung des SKM für Wohnungslose in Rheydt besteht seit 25 Jahren und wird gebraucht wie eh und je. Von Angela Rietdorf

Mehr als 11.000 Besuche verzeichnete das Café Emmaus im vergangenen Jahr - und über 900 Beratungen. "Das ist ein massiver Anstieg", sagt Norbert Schoeller, Geschäftsführer des SKM Rheydt. "Ein Zuwachs von 20 Prozent." Nichts, aber auch gar nichts weist momentan darauf hin, dass das Angebot, das der katholische Träger Wohnungslosen und von Wohnungslosigkeit Bedrohten im Zentrum Rheydts macht, in Zukunft überflüssig würde. Und das, obwohl die wirtschaftliche Lage in Deutschland gut ist. "Je besser es vielen geht, desto weniger schaut man auf den Rest", wagt der SKM-Geschäftsführer eine Einschätzung.

Das Café Emmaus an der Waisenhausstraße wurde vor 25 Jahren im November 1991 gegründet, weil das Problem der Obdachlosen in Rheydt in den 1990er Jahren verstärkt in den Blick rückt - wie in vielen anderen Städten auch. "Eine Alternative zur Straße musste her", erklärt Norbert Schoeller die Gründung. "Die Wohnungslosen brauchten einen Ort, und sie bekamen einen Ort." Einen Ort, an dem man duschen und Wäsche waschen konnte, reden und einen heißen Kaffee trinken. Im inzwischen vergangenen Vierteljahrhundert hat sich das Angebot kontinuierlich weiterentwickelt: Eine Küche wurde von den Köchen der Aktion "Gladbacher für Gladbacher" gespendet, und es gibt dreimal in der Woche ein warmes Mittagessen für 1,50 Euro.

"Das Essen wird von unserer Hauswirtschafterin immer frisch gekocht", betont Schoeller. "Dass es etwas kostet, erhöht die Wertschätzung, aber wir schicken auch niemanden hungrig weg, der kein Geld hat." Außerdem bietet das Café Emmaus die Möglichkeit, Postadressen einzurichten, um für die Behörden erreichbar zu sein. Auch eine Geldverwaltung ist möglich. Verstärkt in Anspruch genommen wird die Beratung, die Sozialarbeiter Christoph Föhles leistet.

Die Menschen kommen mit ihren großen und kleinen Anliegen und Sorgen. Mal ist ein amtliches Schreiben unverständlich, mal droht die Wohnungslosigkeit, mal gibt es Probleme mit dem Jobcenter. 938 Mal suchten Menschen im vergangenen Jahr die Beratungsstelle auf. "Wir arbeiten natürlich auch vernetzt mit Suchtberatung, Schuldnerberatung und Diakonie zusammen", erklärt Norbert Schoeller.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen blickten die Mitarbeiter des Café Emmaus auf das Geleistete zurück und freuten sich über die Anerkennung ihrer Arbeit, die sich in den Besuchen hochrangiger SKM-Verbandsvertreter ausdrückte. In diesem Rahmen wurde auch die Leistung des Ehrenvorsitzenden Dr. Eberhard Götting gewürdigt, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag gefeiert hat, und dem Café Emmaus seit seinen Anfängen zur Seite gestanden hat.

Quelle: RP
 
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