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Mönchengladbach
Café Welcome feiert ersten Geburtstag

Mönchengladbach. Das Café Welcome ist nicht schwer zu finden - man muss sich nur dem Strom von Frauen, Männern und Kindern an der Waisenhausstraße anschließen. Durch die große Eingangstür des Hauses 22c, die eine freundliche Helferin offen hält, bis hinauf in den ersten Stock bewegen sich die Menschen. Syrer und Iraker, Iraner, Eritreer und Nigerianer. Von Angela Rietdorf

Und viele Deutsche und Menschen, die vor Jahren nach Deutschland flüchteten oder einwanderten. Im Café Welcome des SKM Rheydt treffen alle zusammen. Bis zu 80 Besucher kommen jeden Freitag, an diesem besonderen Tag sind es tendenziell noch ein paar mehr, denn es wird Geburtstag gefeiert - das Café Welcome gibt es seit einem Jahr. Vertreter aus Politik und Verwaltung kommen zum Mitfeiern, und auch ein ganz besonderer Gast ist unter den Besuchern: Angela Merkel. Sie ist aber noch ganz klein und auf dem Arm ihrer Mutter: Ein junges Elternpaar hat seine Tochter aus Dankbarkeit nach der Bundeskanzlerin benannt.

Das Café hat sich, so scheint es, prächtig entwickelt in diesem ersten Jahr. Unter Flüchtlingen ist es als Treffpunkt etabliert - um sich kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen, Hilfe zu finden. "Zuerst kommen die Menschen meistens, weil sie Hilfe brauchen, später, um Kontakt zu finden", sagt Markus Offermann vom SKM. Aber nicht nur die Flüchtlinge suchen den Austausch, auch für die Ehrenamtler ist das Café ein wertvoller Treffpunkt. Hier bilden sich Netzwerke der Hilfe, es werden Informationen und Erfahrungen ausgetauscht.

Ein älteres deutsches Ehepaar ist zum ersten Mal da - und begeistert, den Übersetzer zu treffen, der ihnen bei der Betreuung einer syrischen Familie hilft. Mohamed Hajou ist ein viel gesuchter Mann, der einerseits bei der Verständigung mit arabischsprachigen Flüchtlingen hilft, andererseits gemeinsam mit der Gemeinde der Masjid-Arrahman- Moschee an der Mittelstraße Flüchtlinge unterstützt, Wohnungen sucht, Umzüge organisiert. Moscheegemeinde und SKM arbeiten eng zusammen, besonders in der neu eingerichteten Flüchtlingsunterkunft im Hotel zur Post. "Wir haben ja alle das gleiche Ziel und wollen helfen", sagt Hajou. "Netzwerke sind dabei ungeheuer wichtig. Allein kann man nicht richtig helfen."

Das bestätigt Stefan Gerats. Er wurde durch eine SKM-Infoveranstaltung auf eine Gruppe aufmerksam, die Flüchtlinge an der Brucknerallee betreut. Der hat er sich angeschlossen und hilft nun Eritreern bei Wohnungssuche, Behördengängen oder Freizeitgestaltung. "Ich kann nur jedem, der helfen will, raten, sich einer etablierten Gruppe anzuschließen", sagt er. "Allein hätte ich bestimmt frustriert aufgegeben, aber durch den Austausch läuft alles viel besser."

Quelle: RP
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