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Mönchengladbach
Caritas fordert Coaching-Angebote für arbeitssuchende Flüchtlinge

Mönchengladbach. Die Arbeitslosigkeit von Personen aus Asylherkunftsländern außerhalb Europas in Mönchengladbach ist gestiegen. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen hervor, zu der auch der Caritasverband für das Bistum Aachen gehört. Lag die Zahl der Arbeitslosen aus den zuzugsstärksten Asylherkunftsländern in Mönchengladbach im Juni 2015 noch bei 351 Personen, stieg sie im Juni 2017 auf 693 Personen an. Das hat das Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung der Hochschule Koblenz im Auftrag der Freien Wohlfahrtspflege NRW ermittelt. Dabei berücksichtigte es die Personen aus Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien. Die Entwicklung in der Stadt ist vergleichbar mit der im Land.

"Dass Geflüchtete inzwischen auch in der Arbeitsmarktstatistik sichtbar werden, darf nicht verwundern", sagt Roman Schlag, Fachreferent für Arbeitsmarktpolitik beim Caritasverband für das Bistum Aachen. Das hänge mit der starken Fluchtmigration im Jahr 2015 zusammen und der Beschleunigung der Asylverfahren. "Wir dürfen aber nicht übersehen, dass im verstärkten Zuzug von Personen aus Asylherkunftsländern außerhalb Europas auch eine Chance liegt, wenn man jetzt an den richtigen Stellschrauben dreht." In Gladbach sei die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter aus nicht-europäischen Asylherkunftsländern von September 2015 bis September 2016 um 38,4 Prozent auf 418 Personen gestiegen: "Wir verkennen nicht, dass trotz dieses Potenzials noch viel zu tun ist, um Geflüchtete in den Arbeitsmarkt zu integrieren."

Einer der Punkte, die die Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt erschweren, ist nach den aktuellen statistischen Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit die mitgebrachte schulische und berufliche Qualifikation der Geflüchteten. Sie ist mehrheitlich noch nicht ausreichend. Das gilt auch für Mönchengladbach. Zwar bringen 19,8 Prozent ein überdurchschnittlich hohes schulisches Bildungslevel mit, jedoch ist der Anteil Geflüchteter ohne Hauptschulabschluss mit 23,8 Prozent ebenfalls recht hoch.

Der Report gibt auch erste Anhaltspunkte darüber, für welche Berufe Jobcenter und Arbeitsagenturen die erwerbsfähigen Geflüchteten aktuell als sofort vermittelbar einstufen. Dabei wird grob unterschieden nach Helfer, Fachkraft/Spezialist und Experte. Demnach kommen im Moment in NRW für mehr als jeden zweiten Geflüchteten (65 Prozent) nur Jobs auf Helferniveau infrage. Bloß 13 Prozent können Fachkraft- oder Spezialistenniveau nachweisen. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich in Gladbach. Hier kommen 76,7 Prozent als Helfer, 14,6 Prozent als Fachkraft oder Spezialist in Frage. Dabei gilt es aber zu berücksichtigen, dass als "Helfer" zunächst auch geführt wird, wer wegen fehlender berufspraktischer Anerkennung aktuell in Deutschland nicht als Fachkraft arbeiten kann, etwa Ärzte oder Apotheker.

"Es muss strukturiert und engagiert in die Qualifizierung von jüngeren Arbeitslosen investiert werde. Sprachförderung, die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen und Investitionen in berufliche Qualifizierung und Berufsausbildung sind wichtige Beiträge für eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration", sagt Schlag. Bisher gebe es hauptsächlich eher kurze Maßnahmen zur ersten Orientierung am Arbeitsmarkt."Deshalb fordern wir von der Freien Wohlfahrtspflege für Geflüchtete individuelle, bedarfsgerechte und kontinuierliche Begleitung zur Integration in Ausbildung und Arbeit durch längerfristige und an pädagogischen Konzepten ausgerichtete Coaching-Angebote." Die Eingliederungsprozesse müssten längerfristig geplant werden, die Jobcenter bräuchten dafür zusätzliche Finanzmittel.

Quelle: RP
 
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