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Mönchengladbach
CDU und SPD wollen beim Kauf von Baugrundstücken mehr Spielraum

Mönchengladbach. Die EWMG muss Vergabekriterien berücksichtigen, wenn sie Grundstücke verkauft. Damit Häuslebauer nicht abwandern, soll es mehr Ausnahmen geben. Von Dieter Weber

Die Stadt will wachsen und an Einwohnern zulegen. Das steckt hinter dem Konzept "MG + wachsende Stadt". Die Stadt hofft dabei auch auf Bürger, die für die Zukunft Mönchengladbachs wichtig sind: jung, gut ausgebildet, guter Verdienst und mit der Absicht, eine Familie zu gründen. Das junge Arzt-Ehepaar zum Beispiel. Oder der Ingenieur, der bei einem lokalen Mittelständler als Führungskraft arbeitet.

Wenn diese aber ihr Interesse für den Kauf eines Baugrundstücks bei der Stadttochter EWMG anmelden, könnten sie die Auskunft bekommen: "Leider erreichen Sie nach unseren Vergabekriterien nicht die notwendige Punktzahl - wir können Ihnen kein Grundstück verkaufen." Häufige Gegenreaktion: Die Interessenten wenden sich von Mönchengladbach ab und anderen Kommunen zu, die das nicht so streng regeln. Das wollen CDU und SPD künftig verhindern.

Die vor rund zwölf Jahren beschlossenen Vergabekriterien sind im Kern - und das wird von einer breiten politischen Mehrheit getragen - auch weiterhin wichtig. Für jedes ins neue Haus einziehende Kind bekommen Bewerber derzeit einen Extrapunkt. Auch eine Schwerbehinderung wird mit einem Sonderpunkt bedacht. Doch was ist, wenn etwa ein junges Arzt-Ehepaar noch keine Kinder hat, sich erst orientieren will, bevor es mit der Familienplanung beginnt? Und was ist mit dem gut situierten über 60-jährigen Paar, das schon ein Haus hat, sich aber verändern und neu bauen will? Oder mit einem gleichgeschlechtlichen Paar? Jetzt kommen diese Interessenten für ein städtisches Baugrundstück erst zum Zuge, wenn die EWMG frei von den Vergabekriterien ist. Das ist in der Regel nach sechs Wochen der Fall, wenn in dieser Zeit ein Grundstück keinen neuen Besitzer gefunden hat. Doch beim derzeitigen Bauboom bleiben nur wenige Bauareale frei - und die sind oft nicht so gut geschnitten oder besonders teuer. "Wir müssen uns breiter aufstellen", fordert deshalb Annette Bonin, planungspolitische Sprecherin der CDU.

Die Vergabekriterien werden vermutlich bleiben. Aber es wird Ausnahmen für bestimmte Zielgruppen geben. Manches wird der Preis regeln: Im Baugebiet Heinrich-Pesch-Straße wurden bereits vier der 22 Grundstücke nach einem Höchstgebotsverfahren vergeben. Und ab Ende 2018 soll sowieso alles anders sein: Dann kommen jährlich 60 bis 80 Grundstücke auf den Markt.

Quelle: RP
 
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