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Mönchengladbach
CDU und SPD wollen ein Jugendbüro

Mönchengladbach. Jugendbank, Workshops, Soziales Jahr im politischen Leben: Die GroKo kurbelt Jugendarbeit neu an. Von Dieter Weber

Viele junge Menschen kennen das Problem: Sie planen zum Beispiel einen Film über fairen Handel oder einen Workshop, in dem sie sich mit wichtigen Zukunftsfragen beschäftigen wollen. Sie organisieren - und sie benötigen Geld, um die Finanzierung ihres Projekts sicherzustellen. Wenn sie in Mönchengladbach wohnen, beginnt dann für sie das Klinkenputzen. Wenn sie in der Städteregion Aachen leben, haben sie eine weitere Möglichkeit: Denn da können sie einen Antrag an die "Jugendbank" stellen und bekommen, wenn das Vorhaben für gut befunden wird, 400 Euro Zuschuss aus einem Sonderfonds.

Aachen hat noch andere Projekte, die mithelfen sollen, das Interesse für ein Gemeinwesen zu fördern. So gibt es Workshops, in denen bis zu 1000 Jugendliche mit Politikern bestimmte Probleme angehen, Ideen diskutieren und Lösungen vorbereiten. Und es gibt ein Mentoringprogramm, bei dem junge Menschen sechs Wochen lang jeweils einen Kommunalpolitiker begleiten, um sich einen Eindruck zu verschaffen, wie diese arbeiten und wirken.

Auch die Ratsmehrheit von CDU und SPD in Mönchengladbach will Jugendliche stärker an Politik beteiligen und orientiert sich da ganz bewusst am Aachener Vorbild. "Wir haben uns mit den Politikern aus Aachen unterhalten, die in dieser Form seit vielen Jahren erfolgreich mit Jugendlichen zusammenarbeiten. Unser Vorstoß zielt darauf ab, Jugendliche stärker zu informieren, zu motivieren und im Ergebnis aktiv an Politik zu beteiligen", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Felix Heinrichs. Jugendbeiräte, die es in anderen Städten gibt, lehnen die Mehrheitsfraktionen ab. "Davon halten wir wenig. Beteiligung muss dort stattfinden, wo die Entscheidungen fallen und nicht in Planspielen. Wir wollen einen Dialog, der auch die vorhandenen Strukturen von Schülervertretungen und Stadtjugendring vernetzt und unterstützt", sagt der CDU-Fraktionschef Hans Peter Schlegelmilch.

Eine Gruppe von Jugendlichen aus dem Jugendzentrum Westend hat bereits Vorschläge erarbeitet. "Ihnen geht es vornehmlich darum, neue Möglichkeiten aufzuzeigen, die zu mehr Beteiligung führen können. Das wollen wir aufgreifen und dafür sorgen, dass die engagierten Jugendlichen ein Forum bekommen", sagen Heinrichs und Schlegelmilch. Angesiedelt werden soll die politische Initiative im städtischen Sozialdezernat. Ein interessanter Zusatzaspekt könnte sich ergeben: Um das Konzept zu realisieren, wollen CDU und SPD, dass unter anderem Stellen für das Freiwillige Soziale Jahr im politischen Leben eingerichtet werden.

Quelle: RP
 
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