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Mönchengladbach
Chancen und Herausforderungen digitaler Innovationsprozesse

Mönchengladbach: Chancen und Herausforderungen digitaler Innovationsprozesse
v. l.: Stefan A. Wagemanns (BVMW), Rafael Lendzion (WFMG), Christian Pokropp (Klöckner & Co) und Christof Sommerberg (Deutsche Glasfaser). FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Wer Schritt halten will, sollte jetzt eintauchen in ein neues Denken, das Voraussetzung ist, um auf die Herausforderungen der Digitalisierung zu reagieren. Davon ist Christian Pokropp überzeugt. Der Managing Director stellte im TiG anhand der Firma Klöckner & Co einen digitalen Umwandlungsprozess dar, bei dem komplexe Liefer- und Leistungsketten im laufenden Betrieb digitalisiert wurden. Er war Gast der Kick-off-Offensive "Digitaler Mittelstand" beim Digitalforum MG, veranstaltet von WFMG und BVMW-Kreisverband mit dem Partner Deutsche Glasfaser. Von Angela Wilms-Adrians

Zur Begrüßung fragte Stefan A. Wagemanns vom BVMW, wer sich beim Thema sattelfest fühle. Nach den Meldungen schien das bei den wenigsten Zuhörern der Fall zu sein. Der Erfahrungsbericht aus der Praxis dürfte ihnen das Thema nähergebracht haben. Den entscheidenden Anstoß zur umfassenden Digitalisierung bei Klöckner & Co hatte CEO Gisbert Rühl gegeben. Nach einem Besuch im Silicon Valley baute er Kontakte zur Berliner Start-up-Szene auf, um ab 2014 im Traditionsunternehmen neue Strategien zu entwickeln. Rühl hatte sein Kommen zugesagt, schickte aber wegen Erkrankung einen Vertreter: Pokropp ist Leiter der Unternehmenskommunikation und Geschäftsführer der kloeckner.i, unternehmenseigene Digitaleinheit in Berlin. Der Referent stellte Klöckner & Co als weltweit agierendes Unternehmen mit 8700 Mitarbeitern an 170 Lagerstandorten vor. Er betonte, dass Klöckner & Co kein Stahlproduzent, sondern -händler einer Branche in der Krise ist. Probleme bereiten Überkapazitäten, lange Lagerhaltung, geringe Margen und ein mehrfach unterbrochener Informationsfluss entlang der Liefer- und Leistungskette bei der Stahldistribution.

Der Konzern entwickelte Tools, die etwa die Zusammenarbeit mit den Kunden erleichtern. Es richtete Webshops für kleine Bauunternehmer ein, die auf diesem Wege transparent Preise einsehen, Ware kurzfristig bestellen und bereits am nächsten Werktag erhalten können. So ergibt sich für beide Seiten eine hohe Zeitersparnis. "Das ist in Deutschland gut angelaufen", sagte Pokropp mit dem Hinweis, dass das Konzept auf andere Länder ausgedehnt wird.

Es gibt eine Online-Marketing-Abteilung, die sich um Werbung und Rabattkampagnen kümmert. "Da sich hier sehr gut die Effekte messen lassen, können wir von Woche zu Woche optimieren", so Pokropp. Er berichtete von Service- Portalen, bei denen der Kunde Zugriff auf alle aktuellen Tools hat, von Zeitersparnis, schnell zugänglichem Überblick und Netzwerken über eine Plattform als dominierendes Geschäftsmodell. Zur erfolgreichen Digitalisierung stellte er fest: "Das funktioniert nur, wenn sie von den Menschen angenommen wird. Dafür ist ein Kulturwandel nötig, und der fängt mit der Kommunikation an". Daher wurde Yammer entwickelt, einer Art Facebook für Unternehmer. CEO Rühl postet so Informationen an Mitarbeiter, die auf gleichem Wege reagieren können.

Quelle: RP
 
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