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Mönchengladbach
Chefs sollten Nachfolge früh regeln

Mönchengladbach. Wenn es keinen Unternehmens-Erben gibt, ist oft Kreativität gefragt. Von Christian Lingen

Viele kleine und mittelständische Unternehmen sind noch echte Familienbetriebe. Manchmal werden sie in der dritten oder vierten Generation geführt, und die nächste steht schon in den Startlöchern. Doch hin und wieder kommt es vor, dass ein Inhaber zu lange an seinem Chefsessel klebt und einfach nicht loslassen kann. Das kann gut gehen, aber in vielen Fällen führt es auch zum Abstieg. Darum sollten sich Unternehmer frühzeitig Gedanken über eine geregelte Nachfolge machen. Haben die eigenen Kinder Interesse am Betrieb, sollte es in der Regel kein Problem sein. Eine entsprechende Regelung im Testament ist dennoch ratsam. Doch was ist, wenn es entweder keine Kinder gibt oder die Sprösslinge lieber eigenen Interessen nachgehen? Wie eine Lösung dann aussehen kann, wurde nun in der Reihe "Meeting Mittelstand" des Bundesverbands mittelständischer Wirtschaft (BVMW) im Haus Zoar vorgestellt.

"Bei 40 Prozent der Unternehmen ist die Nachfolge nicht geregelt. Bei fast genauso vielen wird der Betrieb innerhalb der Familie weitergegeben", sagt Stefan Butz. Der Unternehmensberater hat erkannt, dass der demografische Wandel dazu führt, dass es immer weniger Nachfolger geben wird und in der Folge bis 2050 rund eine Million Unternehmen vom Markt verschwinden werden. Es gilt daher zu erkennen, ob es vielleicht einen möglichen Nachfolger innerhalb des Unternehmens gibt oder ob eher ein externer Verkauf infrage kommt. Hat sich der Unternehmer für ein Modell entschieden, kann es aber immer noch zu Problemen kommen, wenn der Käufer nicht über genügend Kapital verfügt. In diesem Fall kann zum Beispiel die S-UBG AG als Geldgeber ins Spiel kommen und sich am Unternehmen beteiligen. Als erstes Mönchengladbacher Unternehmen hat die Life Systems Medizintechnik GmbH von der S-UBG Gebrauch gemacht. Das Unternehmen stellt Geräte her, die bei Operationen im Krankenhaus dafür sorgen, dass der Patient optimal versorgt wird. Neben der Stellung der Geräte kümmert sich das Unternehmen um Personal für die Bedienung der Apparate.

"Das Unternehmen wurde 1995 in Hamburg gegründet und gelangte nach mehreren Verkäufen 2011 in den Besitz eines US-amerikanischen Konzerns. 2014 wollte er sich vom europäischen Markt zurückziehen. Damals entschieden wir, die Firma zu übernehmen", erzählt Holger Heemels, der zusammen mit Christoph Schröder die Geschäftsleitung bildet. Weil die beiden nicht genug Eigenkapital besaßen, baten sie bei sieben Banken vergeblich um einen Kredit und gelangten schließlich zur S-UBG. Zusammen entwickelte man einen Businessplan und fand eine belgische Bank als Geldgeber. Hinzu kamen Co-Investoren. Im Frühjahr 2015 konnten sie das Unternehmen übernehmen und halten zusammen mit ihren Investoren zwei Drittel der Anteile. Den Rest besitzt die S-UBG.

Quelle: RP
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