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Mönchengladbach
Chorprojekt MG brillierte mit Bachs h-Moll-Messe

Mönchengladbach. Hätte Johann Sebastian Bach nichts außer dem Kyrie seiner Messe in h-Moll geschrieben - allein für die ersten Takte müsste man ihn in die höchsten Höhen des musikalischen Olymps heben. Lobpreisungen dieser Messe hört man viele - zurecht. Und so unterschiedlich jenes Werk im Laufe der Zeit interpretiert wurde, so vielseitig kann diese Musik auch seine Wirkungen auf das Publikum entfalten. Manche möchten einfach in den sphärischen Fluten der Chöre baden, andere lieben die fein akzentuierte Kontrapunktik der Ariae. Einigen kann es nicht "historisch informiert" genug sein, andere lieben den voluminösen Klang romantisierender Aufführungen. Von Christian Oscar Gazsi Laki

Letzterer Idee, zumindest im Ansatz, verschrieb sich nun auch die inspirierte und von absoluter Musizierfreude getragene Aufführung von BWV 232 in der Pfarrkirche Sankt Laurentius Odenkirchen. Das Chorprojekt Mönchengladbach widmete sich Bachs Werk mit einem hervorragend singenden stattlichen Chor, mit viel Gespür für den großen Bogen, für die überschäumenden Wogen dieser Musik, begleitet von Mitgliedern der Niederrheinischen Sinfoniker. Doch Dirigentin Stephanie Borkenfeld-Müllers, weiß auch um die Herausforderungen. Feinheiten wurden nicht durch übertriebene Glättung zugunsten von Schönklang übertüncht. In der gut gefüllten geschmackvoll illuminierten Kirche genossen die Zuhörer die durch Bachs Musik evozierte Stimmung. Im umfangreichen und liebevoll gestalteten Programmheft konnte man sich über Werk und Musiker ausführlich informieren.

Die Solisten Christine Léa Meier (Sopran), Janzen-Schülerin mit fokussiert klingender, filigraner Stimme, die charaktervoll timbrierte Altistin Eva Nesselrath, der hohe Tenor Philipp Hoferichter - er studierte ebenfalls bei Arthur Janzen - und nicht zuletzt Bass-Bariton Thomas Peter, gestalteten souverän die anspruchsvollen Arien und Duette. Auch dort zeichneten das Orchester und die Instrumentalsolisten, überwiegend - von kleineren Ausnahmen abgesehen - dichten und schmeichelnden Klang.

Ein wirklich gelungener Nachmittag. Im nächsten Jahr widmet sich das Chorprojekt sich übrigens Mendelssohns Elias.

Quelle: RP
 
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