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Mönchengladbach
Chrom: Grüne schalten Minister ein

Mönchengladbach. Jetzt beschäftigt sich sogar die Landesregierung mit den 500 Kilogramm Chrom, die ein Unbekannter Ende Dezember in die Gladbacher Kanalisation eingeleitet hatte. Karl Sasserath, Fraktionssprecher der Grünen, berichtete im Hauptausschuss, dass seine Fraktion sich an Landesumweltminister Johannes Remmel gewendet habe, der ebenfalls zu den Grünen gehört. "Wir reden nicht über ein Kavaliersdelikt, sondern über eine Straftat großen Ausmaßes. Daher ist es wichtig, dass der Umweltminister im Bilde ist und Einfluss nehmen kann", sagte Sasserath gestern der RP. Im Ausschuss hatte er bemängelt, dass die Staatsanwaltschaft mehrere Tage nichts unternommen habe, obwohl der Niersverband ihr alle wesentlichen Erkenntnisse zur Ermittlung der Täter zur Verfügung gestellt habe. "Dafür fehlt mir jegliches Verständnis", so Sasserath. Von Ralf Jüngermann

Dem Niersverband war es gelungen, über die Untersuchung der Sielhaut im Kanal den Fließweg der Chrombelastung bis zu einem bestimmten Kanalabschnitt zurückzuverfolgen. Dort münden mehrere Schächte in den Kanal. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun, um den Verursacher zu belangen. Daran hat auch der Niersverband Interesse, denn wegen des Chroms mussten große Mengen frischen Klärschlamms nach Mönchengladbach gebracht werden. Das hat erhebliche Kosten verursacht.

Wie genau nun der Umweltminister Einfluss auf das Ermittlungsverfahren nehmen soll, sagen die Grünen nicht. Bernd Kuckels, der zum Zeitpunkt der Einleitung Umweltdezernent war, mahnte in der Sitzung des Hauptausschusses zu Sachlichkeit. Eile sei aus Sicht des Niersverbands vor allem geboten gewesen, um zu vermeiden, dass der Verursacher womöglich noch einmal das giftige Schwermetall illegal entsorgt. Laufende Ermittlungen zu kommentieren, sei für eine Stadtverwaltung nicht angezeigt.

Quelle: RP
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