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Mönchengladbach
City Ost: Wie selbstbewusst ist die Stadt ?

Mönchengladbach: City Ost: Wie selbstbewusst ist die Stadt ?
Dieser Entwurf ist vom Team Astoc mit RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten. Er unterteilt das Gelände in drei Schollen. Eine davon ist der Büroriegel zum Bahndamm. Der Grünriegel zieht sich quer durch das Gelände. FOTO: NN
Mönchengladbach. Drei renommierte Büros haben ihre Ideen für das 40 Hektar große Areal hinter dem Gladbacher Bahnhof vorgestellt. Von Ralf Jüngermann

Nicht nur ein schmaler Gladbach, sondern ein ganzer Gladsee in einem Auenpark. Wohnen mitten in der Stadt und doch im Grünen. Ein Freiluftkino oder eine Mountainbike-Strecke. Und natürlich eine Büroadresse für Firmen, die viel Platz brauchen. Dass die City Ost, diese riesige Brachfläche am Bahndamm, ein derart großes Pfund für die Stadt ist, wird vielen erst diese Woche richtig klar geworden sein. Da präsentierten drei Planerteams im Berufskolleg am Platz der Republik ihren Zwischenbericht zur Frage, wie die Stadt die 40 Hektar zwischen Bahn und Korschenbroicher Straße entwickeln soll.

Noch zeigen die Vorentwürfe nicht viel mehr als Richtungen an. Doch mindestens drei Dinge machen die Ideenskizzen schon jetzt klar: 1. Die Stadt hat neben dem Maria-Hilf-Gelände eine zweite Chance, das Bild des Zentrums nachhaltig zu verändern. 2. Anders als beim Maria Hilf wird es Jahrzehnte dauern, bis das neue Gesicht fertig ist. 3. Vor der Zwischenzeit muss man keine Angst haben. Sie kann im Gegenteil besonders spannend werden, da das Areal Zwischennutzungen in noch größerem Stile zulässt, als sie die Mönchengladbacher zuletzt bei den Docks auf der Bleichwiese und beim Margarethengarten kennengelernt haben.

Der Entwurf des Rotterdamer Büros KCAP und pasel-K mit dem Atelier Loidl macht das 40 Hektar große Gelände zu einem Setzkasten. Die einzelnen Felder werden nach und nach entwickelt. Der Grünbereich konzentriert sich in der Mitte. FOTO: NN

"Dass die drei Ansätze so unterschiedlich sind, finde ich ausgesprochen positiv. Das öffnet uns die Augen dafür, was Planungskultur wirklich meint", findet Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. Grundlage für die Planung ist der Masterplan. Der will ein grünes Band vom Abteiberg bis zum Bahnhof ziehen und damit das Gladbachtal als Achse herausarbeiten. Die Stadt wird zu entscheiden haben, wie mutig sie bei der Umsetzung sein will, wie selbstbewusst sie inzwischen ist.

Traut sie sich zur ganz großen Geste, mit einem riesigen Keil, in der Mitte des Geländes, der Rasenfläche sein kann, aber auch Park oder Wasser? Und wagt sie es, damit anzufangen - wohl wissend, dass man damit nicht von heute auf morgen die zehn Millionen einspielen wird, die das Grundstück gekostet hat? Oder passt eher ein schmaler Grünstreifen, der sich - möglichst öffentlich zugänglich - durch das Gelände zieht? Oder braucht es ein Setzkasten-System, in dem Zone für Zone nacheinander entwickelt wird, je nachdem, wann Investoren zuschlagen? Dass sich die drei Teams jeweils aus Planern und Landschaftsarchitekten zusammensetzen, merkt man den Entwürfen im besten Sinne an. Überraschend wird für viele gewesen sein, dass das Thema Wohnen in den Entwürfen eine wichtige Rolle spielt. So könnte zum Beispiel der Anschluss zum Rohrplatz hergestellt werden. Aber auch im Herzen des Geländes kann Platz für Wohnen im Grünen sein.

Das Büro für Städtebau Machleidt mit der Gesellschaft von Landschaftsarchitekten Sinai schlägt eine riesige Freifläche vor, die ein Rasen, ein Park oder eine Wasserfläche kann. Auch an anderen Stellen des Geländes gibt es viel Grün. FOTO: NN

Manches aus den Skizzen lässt sich mit der Macht des Faktischen schnell erschlagen. So ist der Roller-Markt noch lange vermietet und wird die Breitenbachstraße bald auf vier Spuren ausgebaut. Anderes - wie die Umgestaltung des Hintereingangs des Hauptbahnhofs - liegt gar nicht im Kerngebiet, gibt aber spannende Impulse. Oberbürgermeister Reiners ermunterte jedenfalls die Teams, keine Schere im Kopf anzusetzen. Am 27. November präsentieren sie ihre Entwürfe abschließend. Danach ist die Stadt am Zuge.

Quelle: RP
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