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Mönchengladbach
1500 Mutige auf der Riesen-Wasserrutsche

"City-Slide" 2017: Rutschpartie in Gladbacher Innenstadt
"City-Slide" 2017: Rutschpartie in Gladbacher Innenstadt FOTO: Ilgner Detlef
Mönchengladbach. Beim City-Slide rutschten Besucher auf Gummireifen eine 400 Meter lange Wasserpiste die Hindenburgstraße hinunter. Von Sigrid Blomen-Radermacher

Es war, als wäre das Freibad umgezogen - mitten in die Stadt: ein lange Schlange von Menschen in Badeanzug, kurzer Hose, freiem Oberkörper, Bikini, barfuß - und alle mit dick aufgeblasenen bunten Schwimmringen unter dem Arm. Bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen rannten Kinder mit klatschnassen Haaren und Hosen an den Zuschauern vorbei - Freibadfeeling in der Fußgängerzone: Die Hindenburgstraße war vom Alten Markt bis zum unteren Eingang des Minto im City Slide Fieber. Die Steigung auf der Hindenburgstraße ist also doch zu etwas nütze - wenn auch nur in absteigender Richtung, der Aufstieg zum nächsten Rutschen blieb lang und beschwerlich.

Zum dritten Mal machte die "längste aufblasbare Rutsche Europas", so der Veranstalter, Station in Mönchengladbach. Eine riesige Treppe aus Holz und Plastik führte auf der Höhe von Sinn Leffers über die 15 Meter hohe Rampe. Wer einmal da oben war, für den gab es nur noch eine Richtung: steil und unerbittlich 400 Meter bergab auf dem Schwimmring. Den weniger mutigen Zuschauern blieb es vorbehalten, die Rutscher aus dem Schlund kommend vorbeirauschen zu sehen. Auf dem Bauch, dem Rücken, kreiselnd schossen sie hinunter. Und sie waren zu hören - es wurde gekreischt, gestöhnt, geschrien. Begeisterung oder Verzweiflung? Wohl eher letzteres: "Das ist cool." "Geil, noch mal" und ähnliches war allerorten zu hören. Aber auch Kritik wurde laut.

Niklas, Mona und Marcel, alle Mitte Zwanzig, sind Wiederholungsrutscher. "Es ist nicht so gut wie im letzten Jahr. Die Rutsche führt an manchen Stellen zu wenig Wasser, viele bleiben stecken. Die Schlange ist so lang, dass die ersten nach Hause gehen."

Einer der Geschäftsführer von City Slide, Bruno Riedel, erklärt das Problem: "Die Rutsche muss quasi eingerutscht werden." Das bedeutet ein wenig Pech für die, die für den ersten Slot zwischen 12 und 14 Uhr reserviert haben. Es gab eine Verzögerung im Aufbau, so dass alles ein wenig länger dauerte, was die längeren Schlangen zur Folge hatte.

Eine zweite Rutsche mit sanfterem Gefälle begann auf Höhe der Wallstraße. Alle Rutschenden landeten in einem Wasserbecken - mal mehr, mal weniger unsanft. Aber Sicherheitskräfte entlang der Rutsche und am Ausstieg sorgten für reibungslose Abläufe.

480 Rutscher pro Slot waren möglich, insgesamt 1500. Bei dieser Zahl an Rutschen konnte es auch schon mal vorkommen, dass einer seinen Reifen verlor, was mit großem Beileid für die Sitzfläche des reifenlosen Rutschers kommentiert wurde. Hier und da wurden Handys in einer wasserfesten Hülle mitgeführt (und mal verloren), eine montierte Kamera hielt den Slide für die Nachwelt fest.

Die City Slide tourt, gesponsert von dem Duisburger Touristikunternehmen Schauinsland-Reisen, einen Sommer lang durch Deutschland. Vor Mönchengladbach war sie in München, die nächsten Stationen sind Köln, Travemünde, Leipzig, Warnemünde und Hamburg. Für eine Garderobe wird gesorgt, Musik verschafft das Partygefühl.

Quelle: RP
 
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