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Mönchengladbach
Clancett wirbt für die Arbeit des Volksvereins

Mönchengladbach. Die Testimonial-Kampagne wird seit einigen Tagen mit dem Regionaldekan fortgesetzt. Von Angela Rietdorf

Er hält die Hose nicht nur fotogen in die Kamera. Er hat auch ein Kurzzeitpraktikum absolviert und weiß, wie die Arbeit im Sortierraum des Volksvereins an der Geistenbecker Straße aussieht. Ulrich Clancett, katholischer Pfarrer und amtierender Regionaldekan, ist das aktuelle Gesicht der Kampagne, mit der der Volksverein auf seine Arbeit aufmerksam machen will und um Spenden wirbt. "Danke. Eure Arbeit ist wertvoll" steht auf dem Plakat. "Es fällt mir besonders leicht, in diesem Zusammenhang von wertvoll zu sprechen", sagt der Regionaldekan. "Die Arbeit im Volksverein ist doppelt wertvoll, weil sie Sinn stiftet und Werte erhält."

Gerade im Bereich der Second-Hand-Kleidung lässt sich die Nachhaltigkeit mit Händen greifen. Statt in den Müll zu wandern, werden die Kleidungsstücke sortiert und in den inzwischen sechs Läden des Volksvereins in Mönchengladbach verkauft. Sage und schreibe 45 Tonnen Altkleider wandern jährlich über die Sortiertische und in die Läden. 17 sozialversicherungspflichtige Stellen werden dadurch geschaffen, außerdem arbeiten 35 Menschen im Rahmen des 14-Stunden-Programms des Volksvereins in diesem Bereich mit. Eine halbe Million Umsatz macht der Volksverein mit der Zweitverwertung der Kleidung. "Ich war beeindruckt vom Zustand der Ware", schildert Clancett seine Eindrücke vom Sortiertisch. "Die Sachen waren gereinigt und zusammengelegt, es war kein Müll darunter." Der Bürger unterscheide, wo er seine Spenden abgibt, stimmt Betriebsstättenleiter Winfried Reiners zu. "Der Müllanteil liegt bei uns unter zwanzig Prozent, in den Container ist die Qualität deutlich schlechter." Dass die Nachhaltigkeit im Zentrum der Arbeit steht, gefällt dem Regionaldekan besonders. "Das System hilft den Menschen in dieser Stadt", betont er. Es ist kein Zufall, dass mit Ulrich Clancett ein prominenter Kirchenmann für den Volksverein wirbt. "Wir wollen auch deutlich machen, wo wir herkommen", sagt Reiners. "Wir arbeiten in einem Feld, das Kirche auch besetzt, wenn auch nicht immer die Amtskirche."

Mit der Kampagne möchte der Volksverein auch die Wandlung der eigenen Arbeit unterstreichen. "Wir sprechen nicht mehr von der Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen, die ja auch Beschäftigungstherapie sein kann, sondern von wertvoller Arbeit, die sinnstiftend ist und Anerkennung bedeutet", erklärt Hermann-Josef Kronen, Geschäftsführer des Volksvereins. Die neue Kampagne ist nach Ostern gestartet. Die Plakate wurden in den Pfarren, in 200 Einrichtungen in der Stadt und in 160 Litfaßsäulen ausgehängt. "Wir wollen natürlich auch Unterstützer gewinnen", sagt Kronen. "Wir haben neue Angebote für ehrenamtliches Engagement und wir brauchen selbstverständlich auch finanzielle Unterstützung."

Quelle: RP
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