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Serie Denkanstoss
Das Alter soll die Jugend ehren

Serie Denkanstoss: Das Alter soll die Jugend ehren
Der heilige Benedikt auf der Medaille des Benediktpreises - auch die Jugend wurde ausgezeichnet, wenn auch ohne diese Medaille. FOTO: Knappe
Mönchengladbach. Die Jugend hat ein Recht darauf, für ihren Einsatz gewürdigt zu werden, findet unser Autor- und berichtet darüber, wie gut Lob tut. Von Albert Damblon

Eine Veranstaltung am vergangenen Freitag hat mir Mut gemacht. Da wurde der Benediktjuniorpreis verliehen (die RP berichtete darüber). Abwechselnd mit dem Benediktpreis waren dieses Mal wieder Jugendliche mit bemerkenswerten Initiativen an der Reihe. Sie erfuhren leider nicht so viel Aufmerksamkeit wie Königin Silvia im vergangenen Jahr, obwohl viele Gäste der Einladung gefolgt waren. Dabei engagieren sich die jungen Preisträger von Nepal bis Hardt, von einer Delphin-Therapie bis zur Einzelfallhilfe. Ihr Engagement kann sich sehen lassen. Um unsere Zukunft brauchen wir keine Angst zu haben.

Wichtig war für mich, dass wir Alte den Einsatz der Jungen wertschätzen. Nur herablassend zu behaupten, die Jugend sei doch gar nicht so schlecht, hilft wenig. So wie wir Alten selbstverständlich erwarten, dass die Jungen unsere Gesellschaft mitgestalten, so haben sie auch ein Recht darauf, dass wir ihren Einsatz würdigen. Die Jungen brauchen das Lob der Alten. Kinder und Jugendliche müssen viel gelobt werden. Ich weiß es von mir selbst, wie gut Lob tut. Der hl. Benedikt, der Namensgeber des Benediktpreises, hat in seiner Regel darauf hingewiesen, dass die jüngeren Brüder in seinen Klöstern zu lieben sind. Sicher lehrt er Ehrfurcht vor dem Alter, aber genauso wichtig ist ihm die Wertschätzung der Jugend. Deshalb unterstütze ich die Initiative des Benediktjuniorpreises, und ich bin froh, bei der Verleihung dabei gewesen zu sein. Mit ihm achtet die ältere Generation bewusst auf das Engagement der Jugend und zeichnet es mit einem Preis aus.

Dekan Clancett sprach von der Kultur der Achtsamkeit, ich spreche zusätzlich von der Kultur der Wertschätzung. Nicht nur Königinnen sind in unserem Blick, sondern auch unsere Jugendlichen, die ein Herz für unsere Welt haben. Sie sind "Helden", und es ist ihnen rechtzeitig zu sagen. Die Jugend soll das Alter ehren. Doch das Sprichwort gilt meiner Meinung nach auch umgekehrt.

DER AUTOR IST SEELSORGER AN ST. BENEDIKT.

Quelle: RP
 
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