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Mönchengladbach
Das Groß-Klinikum nimmt Gestalt an

Mönchengladbach: Das Groß-Klinikum nimmt Gestalt an
Hell, modern und freundlich sollen die Bettenhäuser werden, die gerade auf dem Gelände des Franziskus-Krankenhauses an der Viersener Straße entstehen.
Mönchengladbach. Weitere 80 Millionen Euro verbaut die Maria-Hilf-Gruppe im Franziskus-Krankenhaus. Anfang 2018 ziehen die Abteilungen von der Sandradstraße zur Viersener Straße. Doch das wird wohl noch nicht das Ende des Wachstums sein. Von Ralf Jüngermann

Minto hin, Santander her - das größte Bauprojekt der Stadt liegt an der Viersener Straße. Dass viele nicht mitbekommen, wie aus drei mittleren Krankenhäusern ein modernes Groß-Klinikum wird, liegt vor allem an zwei Gründen. Erstens: Gebaut wurde und wird nach und nach. Für den fünften Abschnitt, der weitere 36.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche bringt, rollen gerade die Bagger an. In gut zwei Jahren wird das Maria Hilf an der Sandradstraße aufgelöst; alle Abteilungen ziehen ins Franziskus-Krankenhaus. Zweitens: Das große Gelände hat Höhenunterschiede und viel Grün. Deswegen kann man von der Viersener Straße aus nicht das ganze Gelände einsehen. Darum wirkt das große Krankenhaus bei weitem nicht so massig wie vergleichbare Häuser. Wobei die in der Region ohnehin langsam rar werden. Wenn Anfang 2018 der fünfte Bauabschnitt abgeschlossen ist, gibt es 766 Betten an einem Standort. Um Vergleichbares zu finden, muss man bis Krefeld oder Aachen fahren.

Wobei das Maria Hilf durch den fast kompletten Neubau zu einem der modernsten Krankenhäuser in NRW wird. Zu den zwölf neuen OPs, die bis 2018 auf dem Gelände gebaut werden, gehört ein so genannter Hybrid-OP, bei dem ein CT und andere hochmoderne Bildverfahren den Medizinern Aufnahmen liefern, die zum Beispiel bei Herz- und Gefäßchirurgie hilfreich sind. 1,2 Millionen kostet alleine die technische Ausstattung für diesen einen Operationssaal. 80 Millionen kostet der letzte Teil der Baumaßnahme. 96 Millionen haben die Kliniken bisher verbaut.

Die im Plan hellbraun eingefärbten Gebäude gibt es schon. Die grünen werden gerade gebaut und 2018 bezogen. Direkt im Anschluss ist noch Platz zur Erweiterung. FOTO: Maria Hilf

Bei aller Größe ist das Krankenhaus kompakter denn je. "Durch den Neubau werden wir ein Krankenhaus der kurzen Wege. Das hat ganz unmittelbare Auswirkungen auf unsere medizinische Qualität", sagt Professor Andreas Lahm, der Vorsitzende der Geschäftsführung.

Viele Patienten brauchen Behandlung von Ärzten verschiedener Disziplinen. Darum sind jene Abteilungen, die oft zusammenarbeiten, in unmittelbarer Nähe. Ver- und Entsorgung sind räumlich getrennt. "Das sorgt für Ordnung in den Abläufen und auch im Erscheinungsbild", sagt Lahm. Die Bettenhäuser und OP-Säle des fünften Bauabschnitts waren 2008, als zum ersten Mal die Bagger anrückten, schon mitgeplant. "Wir docken jetzt genau in der vorgesehenen Art und Weise an", sagt Geschäftsführer Jürgen Hellermann.

Zeitgemäß, freundlich und hell sollen Zimmer und Flure sein. Licht spielt eine große Rolle. Ein- bis Dreibettzimmer wird es in den neuen Bettenhäusern geben. Neu wird die Notaufnahme sein, wo Warte-, Untersuchungs- und Behandlungsräume klarer voneinander getrennt sind. Das soll für kürzere Wartezeiten und damit für weniger Stress bei Patienten und deren Angehörigen sorgen. Das Schaffen neuer Parkplätze gehört ebenso zur großen Baumaßnahme. Schon jetzt ist das Maria Hilf das größte Krankenhaus der Region, bietet und ist in vielen Bereichen von Herzkathetermessplätzen bis zu Prostataoperationen führend. Doch wenn Anfang 2018 das letzte Bett aus dem Maria Hilf ins Franziskus verlegt ist, wird der Erweiterungsprozess wohl nur ruhen, nicht aber abgeschlossen sein. "Wir haben auf unserem Gelände weiteren Platz", sagt Hellermann. Weitere Operationssäle könnten an diejenigen, die jetzt gebaut werden, nahtlos angedockt werden. Da auch im Krankenhaussektor die wirtschaftlichen Einheiten tendenziell größer werden, dürften die Kliniken Maria Hilf diesen Platz in nicht allzu ferner Zukunft brauchen.

Quelle: RP
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