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Mönchengladbach
Das Hugo-Radio geht bald auf Sendung

Mönchengladbach: Das Hugo-Radio geht bald auf Sendung
Thomas Bruchhausen, Eva, Paula, Elia, Catrin Ingerfeld und Schulleiter Torsten Petter machen das Klassenzimmer zum Hörfunk-Studio. Die 55-minütige Sendung wird auf Radio 90,1 zu hören sein. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Am Hugo-Junkers-Gymnasium gibt es Radiomachen als eigenes Wahlpflichtfach - mit zwei Klausuren pro Halbjahr. Von Angela Rietdorf

Vor Eva, Paula und Elia liegen Aufnahmegeräte, Mikros und Kopfhörer. Die drei Achtklässler machen sich mit der Technik vertraut. Gleich soll das erste Interview der angehenden Radiomacher beginnen. Aber das Reportagegerät macht nicht mit. Thomas Bruchhausen runzelt die Stirn. "Dabei habe ich gerade noch die Akkus überprüft." Der Experte von Radio Exlex tauscht die Akkus aus. Ein kleiner Test noch: Paula flötet geradezu ins Mikro, aber Elia, der Aufnahmegerät und Kopfhörer trägt, zuckt zusammen. Zu laut eingestellt, das Ganze.

Aber dann kann es losgehen. Paula stellt die vorbereiteten Fragen, Elia bedient die Technik - das wirkt schon fast professionell. Und auch an Evas Begrüßung, die sie testweise ins Studiomikro spricht, gibt es nichts auszusetzen: "Herzlich willkommen zum Hugo-Radio."

Paula, Eva und Elia sind drei der insgesamt zehn Schülerinnen und Schüler, die in diesem Jahr das Wahlpflichtfach Medienkunde: Radio am Hugo-Junkers-Gymnasium belegt haben. Thomas Bruchhausen von Radio Exlex ist im Auftrag der Landesmedienanstalt an der Schule, um die erforderliche Technik zu übergeben. "Das sind Geräte, mit denen man Sendungen in professioneller Qualität produzieren kann", erklärt er. Die Schüler sollen das Handwerkliche des Radiomachens ebenso lernen wie die journalistische Aufbereitung der Inhalte. Die teilnehmenden Schüler wissen schon, worauf sie sich einlassen, denn im Rahmen des Faches KULT - es umfasst im Gegensatz zum naturwissenschaftlich ausgerichteten MINT den kulturellen Bereich von Theater über Archäologie bis Medien - gab es schon ein Schnupperangebot. "Das hat mir viel Spaß gemacht", sagt Eva. Und Elia ergänzt: "Das möchte ich intensiver machen." Deshalb haben sie sich für das wöchentlich etwas mehr als zwei Zeitstunden umfassende Wahlpflichtfach entschieden.

Dabei werden aber nicht nur Hörfunkbeiträge produziert, es geht auch um Grundlagen und Hintergründe. "Wir werden mit der Theorie des Rundfunks und dem dualen Rundfunksystem beginnen", erklärt Lehrerin und KULT-Beauftragte Catrin Ingerfeld, die den Kurs leitet. Das Ganze sei keine Spielerei, betont sie. "Wir schreiben zwei Klausuren pro Halbjahr." Die Schüler sollen ihr Können aber nicht nur auf dem Papier, sondern auch on air unter Beweis stellen.

Bis Februar 2017 sollen sie eine 55-minütige Sendung im Kasten haben, die dann im Rahmen des Bürgerfunks von Radio 90,1 ausgestrahlt werden wird. Wie sie diese 55 Minuten sinnvoll füllen können, das werden sie unter anderem auch mit Thomas Bruchhausen erarbeiten, der für mindestens eine Unterrichtseinheit an die Schule zurückkommen wird. "Wir werden uns dann mit der Themenfindung im Rahmen einer Redaktionskonferenz beschäftigen und auch mit den Eigenarten des Lokalradios", erklärt Bruchhausen.

Die drei angehenden Radiomacher Paula, Eva und Elia kennen das Medium Radio aus eigener Erfahrung, Paula ist sogar eine sehr begeisterte und regelmäßige Radiohörerin, aber das ist unter Jugendlichen keineswegs mehr selbstverständlich. "Medienkonsum wird über vor allem durch die Sozialisation antrainiert", sagt Bruchhausen. "Die Jugendlichen hören meist nur dann Radio, wenn sie das so von ihren Eltern kennen." Oder wenn sie es in der Schule kennenlernen. Schulradio über die Lautsprecheranlage des Hugo-Junkers-Gymnasiums wird es aber erst mal nicht geben. "Das gibt unsere Audio-Anlage leider nicht her", bedauert Catrin Ingerfeld.

Quelle: RP
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