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Redaktionsgespräch Frei Schnüss
Das Lied 3 lebt weiter

Redaktionsgespräch Frei Schnüss: Das Lied 3 lebt weiter
Jeckes Trio in Retro-Kulisse: Jennifer Hüpkes (l.), Barbara Gersmann und Axel Ladleif im früheren Casino des Monforts Quartiers, im Stil der 1960er Jahre erhalten ist. Hier proben die drei, wenn sie nicht als Solisten im Auto üben. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Jennifer Hüpkes, Barbara Gersmann und Axel Ladleif wollen als neues Karnevalstrio Frei Schnüss die Säle in Stimmung bringen.

Frei Schnüss, hochdeutsch: Frei Schnauze, was bedeutet das für die Mönchengladbacher in den nächsten Monaten?

Axel Ladleif Na ja, Frei Schnüss hat jetzt nicht die Tragweite, das Leben der Mönchengladbacher zu beeinflussen. Aber die Leute, die im Karneval aktiv sind, können sich auf etwas freuen, was sie noch nicht kennen.

Barbara Gersmann Wir wollen den Karneval nicht lauter, aber frecher machen. Wir wollen Spaß haben und Spaß bringen, dabei uns selbst und den Karneval nicht allzu ernst nehmen

Sie, Frau Gersmann, sind ja bekanntermaßen nicht auf den Mund gefallen. Sind Sie die Namensgeberin?

Gersmann Nein, das war Jenny. Wir haben über Bandnamen nachgedacht und sie hatte ein ganzes Potpourri parat.

Jennifer Hüpkes Der Name sollte peppig sein, trotzdem Heimatbezug haben. Und wir wollten uns selbst darin wiederfinden. So ist es Frei Schnüss geworden.

Wie ist die Idee zur Band entstanden?

Gersmann Während der Prinzenpaarzeit habe ich gemerkt, dass Singen auf der Bühne wirklich Spaß macht. Jenny tanzt bei den Eecker Kraareknöppkes, wir haben uns oft getroffen und waren entschlossen, etwas miteinander zu machen. Wir sind dann aufs Singen gekommen. Jenny kann im Gegensatz zu mir wirklich singen. Sie hatte Gesangsunterricht und hat auch in der Band Hochprozentig gesungen.

Hüpkes Wir beide harmonierten von Anfang gut. Und dann waren wir bei einer Veranstaltung, ich stand neben Axel und hatte seine Stimme im Ohr. Ich fand gut, wie er sang.

Ladleif (lacht) Ich hab' dir ordentlich ins Ohr geschrien.

Hüpkes Jedenfalls haben wir ihm in Bierlaune den Vorschlag gemacht, bei uns mitzumachen.

Ladleif Ich war sehr überrascht. Meine Ambitionen beim Gesang waren bisher eher zurückhaltend. Aber ich habe dann zugesagt. Es geht ja darum, gemeinsam Spaß und eine schöne Zeit zu haben. Es ist auch eine echte Auszeit vom Job. Während unserer Proben bin ich zwei Stunden aus allem raus. Und wenn man Spaß dabei hat, ist es im Karneval auch kein Problem, wenn mal einer kurz aus dem Takt ist. Außerdem gibt es fast nichts, was man nicht lernen kann. Auch das Singen.

Frau Gersmann, warum ist Ihr Prinz Norbert Bude nicht dabei?

Gersmann Weil er nicht singen kann. Norbert kann wirklich viele Dinge außergewöhnlich gut, und er hat auch viel Spaß auf der Bühne, aber Singen geht wirklich nicht. Nur Pfeifen kann er noch schlechter. Aber er ist unser Manager. LADLEIF Auch bei Jenny und mir sind die Partner dabei und für die Technik und das Catering zuständig.

Was sind Ihre Gassenhauer?

Gersmann Wir covern verschiedene Bands. Zum Beispiel Köbes Underground. Die haben "So excited" zu "Scheiße verkleidet" umgeschrieben. Das singen wir zum Beispiel auch.

Ladleif Das habe ich zur Bedingung gemacht. (lacht) Es spiegelt meine ersten Erfahrungen mit dem Karneval. Außerdem haben wir zwei Lieder über Funkenmariechen im Repertoire - auf Wunsch der Damen.

Hüpkes Auch ruhige Sachen wie "Wo die Stääne sin" von Klüngelköpp. Der "Stammbaum" von den Bläck Fööss gehört auch zu unserem Repertoire. Es muss ja immer zur Stimmung passen. Ich wünsche mir irgendwann mal Wunderkerzen im Publikum.

Schreiben Sie Ihre Texte selbst?

Ladleif Wir covern, aber wir bringen eine lokale Färbung rein, nennen die Stadtteile, in denen wir gerade sind und dadurch sprechen wir die Leute an.

Gersmann Vielleicht machen wir in Zukunft eigene Texte zu vorhandenen Melodien.

Was ist mit Hardrock? "Highway to hell" von AC/DC?

Gersmann Nee, keinen Hardrock.

Ladleif Aber "Highway to hell" ginge. "Ich schmeiß mit Kamell'" würde auf die Melodie passen.

Gekauft. Wo üben Sie? Unter der Dusche oder beim Autofahren?

Hüpkes Ich singe im Auto, aber auch sonst überall - sehr zum Leidwesen meiner Arbeitskollegen.

Ladleif Ich übe im Auto oder zu Hause - aber nur, wenn keiner da ist.

Gersmann Ich habe neulich im Urlaub auf Fehmarn beim Spaziergang mit dem Hund gesungen, biege um eine Ecke und blicke in total konsternierte Kuhgesichter. Immerhin sind sie nicht weggerannt.

Nach der Premiere Ihres Brauchtumslieds beim Stadtschützenfest gab es den Wunsch nach Songs auf Mönchengladbacher Platt. Wird es die geben?

Hüpkes Ich könnte es mir vorstellen. Alles kann, nichts muss.

Ladleif Platt ist nicht so ganz einfach. Ich bin ja zugezogen.

Gersmann Ich auch. Aber Jenny hat das schlimmste Schicksal, was Umzüge angeht. (lacht) Sie ist von Eicken nach Venn umgezogen.

Warum braucht Mönchengladbach eine weitere Karnevalsband?

Gersmann Wir folgen der Aufforderung von MKV-Chef Bernd Gothe an die Gesellschaften, mehr eigenes Programm zu machen. Es gibt gar nicht so viele Gladbacher Karnevalsbands, glücklicherweise viele Tanzgruppen, aber wenige Bands und auch wenige Redner. Es wäre gut, wenn es noch viel mehr würden.

Haben Sie sich schon geeinigt, was Sie auf der Bühne tragen werden?

Gersmann Über die Farben sind wir uns einig: Rot und Grau.

Die Farben der Gladbacher Prinzengarde ...

Hüpkes Wir haben viele Ideen, aber noch keinen finalen Schnitt.

Gersmann Ja, weil Axel sich weigert, einen kurzen Rock zu tragen...

Die wichtigste Frage zum Schluss: Der Hit Ihrer Session war das Lied Nummer 3 - werden wir es wieder hören?

Gersmann: Natürlich. Lied Nummer 3 lebt weiter.

DENISA RICHTERS UND ANGELA RIETDORF FÜHRTEN DAS INTERVIEW.

Quelle: RP
 
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