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Mönchengladbach
Das Museumsfest - ein riesiges Vergnügen

Mönchengladbach: Das Museumsfest - ein riesiges Vergnügen
Daniel Bernhard Cremer gibt das Kommando - und schon "prügeln" die Festgäste aufeinander ein. Natürlich nur fürs Foto. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Gestern wurde viel getanzt und Radau gemacht: 300 Gäste folgten der Einladung und wurden Teil der raumgreifenden Performance. Von Inge Schnettler

Die Begrüßung war ausgesprochen herzlich. Kaum im Museum Abteiberg angelangt, kamen Wildfremde miteinander ins Gespräch. Sie bildeten Kreise und tanzten. Sie verrieten sich gegenseitig ihre Namen, machten sich freundlich miteinander bekannt. Dafür sorgte mit großer Fröhlichkeit der Berliner Performer Daniel Bernhard Cremer - übrigens ein gebürtiger Mönchengladbacher. Mit einer großen Gruppe von Künstlern, Musikern und Tänzern - aus allen Teilen Deutschlands und sogar aus Kanada angereist - hatte er als Regisseur die Performance vorbereitet, die durch das ganze Haus führte. Wer mitmachen wollte, machte mit, wer nicht mitmachen wollte, schaute zu. An die 300 Menschen waren der Einladung gefolgt. Sie wurden unterhalten, und sie unterhielten sich selbst ganz wunderbar. Und erlebten das Museum einmal ganz anders.

Der Regisseur und seine Mitstreiter hatten eine Vision: Die Besucher sollten alle Belastungen ihres Lebens vergessen und wie in einem Strudel gemeinsam im Kreis gehend einen neuen Aufbruch wagen - voller Zuversicht. Sie taten es. Und ließen sich dann auch mitreißen von den elektronischen Klängen, Gesängen und Interaktionen von Black Cracker aus Berlin, der in einem der abgedunkelten Kleeblatt-Räume wie eine Art moderner Clown die Menschen zum Lachen und zum Mitmachen animierte.

Die Museumsbesucher tanzten mit AriGato Melody, sie wurden Teil seiner Choreo. Auf das Kommando von Daniel Bernhard Cremer kam es sogar zu Prügelszenen. Die Breitwilligkeit der Gäste war überwältigend. In Anlehnung an das berühmte "Nee, nee, nee - jo, jo, jo" von Joseph Beuys, studierten sie einen eigenen Singsang ein. Mit "Oh wieh, oh wieh, um Joddes Wille, nee, is dat furchtbar" durchwanderte die Gruppe einmütig das Museum - und hinein in den runden, bunten Unterrichtsraum. Dort durften sie eine Percussion-Orgie hinlegen, die das Museum in dieser Form noch nicht erlebt hat. Joseph Beuys hätte sich gefreut. Und Johannes Cladders, der in den 1970er Jahren die legendären Feste im Alten Museum an der Bismarckstraße zelebrierte, auch. Ganz sicher.

Quelle: RP
 
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