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Serie Was Macht Eigentlich?
Das neue Klubhaus - ein Traum wird wahr

52 Jahre, von 1906 bis 1958, war die "Kampfbahn am Alten Wasserturm" in Dahl die Heimat des Sport-Clubs bzw. des 1. FC. Im September 1944 aber wurden bei einem Fliegerangriff Tribüne, Klubhaus mit Umkleide- und Wirtschaftsräumen, dazu auch das Spielfeld zerstört. Nach dem Krieg richteten die Mitglieder den Trümmerhaufen einigermaßen wieder her. Zwei alte jüdische Mitglieder, die Brüder Leffmann, die rechtzeitig ausgewandert und so dem Naziterror entgangen waren (auch ein Stückchen FC-Familiengeschichte), schickten aus den USA Bälle und Trachten. 1949 wurden zwei Baracken gekauft und als Umkleide- und Aufenthaltsraum eingerichtet. Auch die Tribüne wurde notdürftig wiederhergestellt. Doch 1957 war auf einmal Schluss: Der 1. FC musste die Kampfbahn am Alten Wasserturm verlassen. Die Stadt verkaufte das Gelände, auf dem der Verein seit 1938 nicht mehr Eigentürmer, sondern nur noch Mieter war, an die benachbarte Firma Mannesmann-Meer, die expandierte. Der 1. FC bekam gleich in der Nachbarschaft an der Luisenstraße eine neue, modernere Sportanlage mit zweieinhalb Fußballplätzen, 400-Meter-Laufbahn, Turnhalle und Umkleideräumen, die "Ernst-Reuter-Kampfbahn", bezogen im November 1959. Nur eins fehlte: ein Klubhaus für das Vereinsleben.

Doch im 1. FC gab es Männer, die davon träumten - und den Traum verwirklichten. Albert Heisters sprach auf der Jahreshauptversammlung 1973 erstmals von einem neuen Klubhaus. 1975 wurde ein Sparkonto eingerichtet, es wurden "Bausteine" verkauft. Als der FC 1984 90-jähriges Bestehen feierte, gab es im Borussen-Stadion ein Spiel des FC mit einer Traditions-Mannschaft, unter anderem mit den Weltmeistern von 1974, Franz Beckenbauer, Berti Vogts und Bernd Hölzenbein sowie ehemaligen Borussen-Stars wie Günter Netzer.

12.000 Zuschauer kamen. Übrig blieb ein schöner Batzen Geld, so dass der Verein nun ein Eigenkapital von 100.000 Mark hatte und mit Eigenleistungen der Mitglieder im Wert von 200.000 Mark daran gehen konnte, seinen Traum zu verwirklichen. Herbert Heisters setzte obendrein eine dicke Prämie darauf aus, dass er "noch in diesem Jahr ein erstes, gezapftes Bier im neuen Klubhaus trinken" könne. Am 13. Januar 1985 wurde dieses feierlich eröffnet - mit Günter Netzer. Wert: eine dreiviertel Million Mark. 52.000 Mark Zuschuss hatte die Stadt gegeben, dazu dem Verein für 10.000 Mark das "Gelände" mit Turnhalle und Umkleiden gegeben.

(oes)
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