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Mönchengladbach
Das sind die neuen Kita-Preise
Mönchengladbach: Das sind die neuen Kita-Preise
52 Mal nahm der Fachdienst Jugend 2007 Kinder aus der Familie heraus. FOTO: AP, ASSOCIATED PRESS
Mönchengladbach. Eltern können jetzt wählen, wie lange sie ihre Kinder betreuen lassen. Das hat auch Nachteile: Einige müssen sich vielleicht einen anderen Kindergarten suchen. Und manche werden aus Geldgründen das billigste Modell wählen. Von Gabi Peters

Eltern, deren Kinder eine städtische Kita besuchen, haben Anfang des Monats Post vom Jugendamt bekommen: Sie sollen sich bis zum 29. Februar entscheiden, welches Betreuungsmodell sie für ihren Nachwuchs wünschen. Sollen ihre Kinder künftig nur in den Vormittagsstunden betreut werden? Wünschen sie das klassische 35-Stunden-Modell ohne Übermittagbetreuung? Oder ist das Vollprogramm mit Mittagsmahlzeit das Richtige? Ganz leicht fiel die Wahl vielen Müttern und Vätern bis jetzt nicht. Denn bis gestern war noch nicht bekannt, wie viel die Eltern für welches Modell bezahlen müssen.

Wer mehr bucht, zahlt mehr

Jetzt gab der Jugendhilfeausschuss grünes Licht für neue Staffelpreise. Die gute Nachricht vorweg: Nachdem bereits zum vergangenen Kindergartenjahr die Beiträge erhöht wurden, soll es diesmal keine Steigerung geben. Vereinfacht gesagt: Das Klassik-Modell, sprich die 35-Stunden-Betreuung, bleibt so teuer, wie sie war. Wer 25 Stunden bucht, zahlt weniger, wer 45 Stunden wählt, mehr.

Beispiel: Eltern, die ein Jahresbruttoeinkommen zwischen 24 543 Euro und 36 813 Euro haben, zahlen für Drei- bis Sechsjährige 37,40 Euro im Monat bei einer 25-Stunden-Betreuung, 46,70 Euro für 35 Stunden oder 74 Euro für 45 Stunden. Die Beiträge für unter Dreijährige wurden auf 74,80 Euro (25 Stunden), 93,50 Euro (35 Stunden) und 148,20 Euro (45 Stunden) festgesetzt. Für Geschwisterkinder gilt die alte Regel. In dieser Einkommensstufe zahlt Bruder oder Schwester 15 Euro.

Zwei Haken gibt es. Erstens: Nicht jede Einrichtung kann alle drei Betreuungsangebote bieten. Beispiel: Der städtische Kindergarten In der Schley hat für Kinder ab drei Jahren keine 35-Stunden-Betreuung. Wer dieses Klassik-Modell für sein Kind wünscht, muss sich höchstwahrscheinlich eine andere Einrichtung aussuchen. Dafür bietet die Einrichtung ein U3-Angebot, eine 25-Stunden-Betreuung für Zwei- bis Dreijährige.

Zweitens: Experten befürchten, dass die Staffelpreise manche Eltern dazu verleiten, das Modell rein nach finanziellen Aspekten auszusuchen. „Es kann sein, dass genau die Eltern die 25-Stunden-Betreuung wählen, die sich gerade nicht den ganzen Nachmittag mit dem Kind beschäftigen“, sagt Helga Räder, Fachbereichsleiterin für die Kitas unter dem Dach des Paritätischen. „In einigen unserer Einrichtungen stellen wir fest, dass die Eltern die Mittagsbetreuung kaum noch bezahlen können. Da werden Kinder manchmal zu Hause gelassen, um die zehn Euro wöchentlich einzusparen.“

Bei der Stadt geht man jedoch noch davon aus, dass es mehr Eltern gibt, die sich für die 45-Stunden-Betreuung entscheiden als für das Vormittagsmodell. Angeboten werden 1225 Plätze für 25 Stunden, 3364 Plätze für 35 Stunden und 2655 Plätze für 45 Stunden.

Quelle: RP
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