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Mönchengladbach
Das Tobago Bay mit Barmann „Alex“ ist zurück
Mönchengladbach: Das Tobago Bay mit Barmann „Alex“ ist zurück
FOTO: Ilgner
Mönchengladbach. Sein Restaurant „Tobago Bay“ am Kapuzinerplatz war eine Institution. Bis es 2009 plötzlich schloss. Jetzt ist der trommelnde Barmann Alexander Osei zurück – das neue „Tobago Bay“ liegt an der Waldhausener Straße. Von Fabian Eickstädt

 Alexander Osei beugt sich über die Theke, schiebt die Ärmel seines Hemdes zurück und zeigt die Narben, die zahlreiche Operationen hinterlassen haben. 20 Jahre arbeitete der gebürtige Ghanaer als Privatdetektiv, bis ihm der Job „zu gewalttätig“ wurde. 1993 eröffnete der heute 58-Jährige sein erstes karibisches Restaurant auf der Rathausstraße („La Cumba“), drei Jahre später zog er um auf den Kapuzinerplatz – und avancierte mit Trommel, unbändiger Lebensfreude und Cocktails schnell zur lokalen Institution. Bis 2009 das „Tobago Bay“ plötzlich schloss und Osei aus dem Stadtbild verschwand. Bis jetzt. Der exotische Barmann ist zurück. Mit Trommel und Funken sprühendem Lachen. Nicht ein Jahr scheint seit 2009 vergangen.

„Wollte mich entschuldigen“

Doch nicht mehr auf dem Kapuzinerplatz empfängt Osei seine Gäste, sondern an der Waldhausener Straße. Erstreckte sich die alte „Tobago Bay“ auf zwei Etagen über 400 Quadratmeter, steht er jetzt hinter der Theke einer kleinen, gemütlichen Bar. Doch Osei ist glücklich, auch wenn ihn das schlechte Gewissen noch plagt. „Warum bist du so plötzlich verschwunden? Und wohin?“, hätten ihn viele Gladbacher gefragt. „Du hast uns nicht einmal Bescheid gesagt.“ „Ich wollte mich immer entschuldigen, dass ich einfach so weggegangen bin“, sagt Osei und blickt nachdenklich zu den Cocktail-Gläsern. Dann lacht er. „Jetzt kann ich nur versprechen: Es wird nicht mehr vorkommen!“ Drei Jahre arbeitete „Alex“, wie ihn Gäste und Freunde nennen, in Düsseldorf, bis er feststellte, dass er sein Herz unwiederbringlich an die Vitusstadt verloren hat.

„Die Menschen in Gladbach sind netter als in Düsseldorf. Ich habe in den vergangenen drei Jahren gemerkt, dass Gladbach der richtige Ort für mich ist.“ Sowohl das Trommeln als auch das Mixen brachte sich Osei selbst bei. Mehr als 100 Cocktail-Varianten kennt er auswendig. Wer allerdings – wie im alten „Tobago Bay“ – Krokodil-, Känguru- oder Antilopen-Filet in der neuen Bar erwartet, muss sich gedulden. Zunächst will Osei ganz auf Getränke setzen.

„Wir fangen langsam an“, sagt er. „Ab Januar werden wir aber wieder die berühmte Kokoscremesuppe mit Gemüse oder Krabben anbieten.“ Die Entwicklung in der Altstadt bewertet der erfahrene Wirt positiv. „Es gibt immer noch Menschen, die sagen, die Altstadt sei kaputt. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Es entsteht gerade viel Neues“, betont der 58-Jährige. Dann trommelt er mit seinen Händen auf den Vorsprung der Theke. Die Narben haben längst ihren Schrecken verloren.

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