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Mönchengladbach
Das Tourfieber grassiert

Mönchengladbach: Das Tourfieber grassiert
Das Tourfieber-Logo der Marketinggesellschaft MGMG auf dem Rasen des Grenzlandstadions. Mehr als 24 Stunden haben zwei Graffiti-Künstler daran gearbeitet, das Logo der städtischen "Tourfieber"-Kampagne auf den Rasen zu sprühen. Gestern Abend wurde es fertig. FOTO: Stephan Schellhammer
Mönchengladbach. Schüler drehen am Rad, Künstler sprühen Rasen an, Kirchen hängen Fahrräder auf - Gladbach kommt in Tour-Form. Von Andreas Gruhn und Lukas Kellers

Im ganzen Schulgebäude läuft Musik, und die Räder des überdimensionalen Fahrrades aus Schülern drehen sich unermüdlich. So sieht es aus, wenn Schüler des Math.-Nat.-Gymnasiums ihren Auftritt zwei Tage vor der Durchfahrt der Tour de France am kommenden Sonntag üben. Gestern versammelten sie sich in der großen Pause zu einem Flashmob mitten auf dem Schulhof. Die Schüler formierten sich zu einem großen Fahrrad, das zuvor auf den Boden des Schulhofes gemalt worden war, und bildeten mit Stoffbändern die Räder des Zweirades. Dann rannten sie im Kreis - und drehten so gewissermaßen am Rad. Dazu hielten einige der Jugendlichen ein selbst bemaltes Banner mit einem Gruß an die Radsportler hoch: "MN grüßt die Tour de France."

Genauso soll es sein, wenn am Sonntag die 22 Teams der Tour direkt an der Schule vorbeirasen in Richtung Rheydt und Wickrath. "Das Engagement von Schülern ist genau passend, um zu zeigen, dass die Wahl durch Mönchengladbach zu fahren, die richtige ist", sagt Florian Schäffer, Schüler der Jahrgangsstufe zehn. Quasi direkt gegenüber leben die Bewohner des Vitusheims an der Rheydter Straße. Auch sie wollen die Durchfahrt der Radsportler zum Teil mit ihren Angehörigen direkt vor der Haustür oder aus dem Fenster verfolgen. Dazu lässt Einrichtungsleiterin Angelika Heinrichs typisch französische Speisen servieren.

Und genauso wird es am Sonntag vielerorts in der Stadt sein. Mönchengladbach hat sich vom Tourfieber infizieren lassen und zeigt das auch ganz offen. Immer mehr Geschäfte haben etwa Schaufenster umdekoriert mit Fahrrädern und in den Farben der französischen Trikolore. Das Kulturzentrum BIS hat von Konditor Hans Oehmen für seine Besucher am Sonntag eine Tour-Torte geordert, dort gibt es Tourfieber als Süßspeise am Sonntag ab 10 Uhr zu verköstigen. Im Grenzlandstadion waren zwei Graffiti-Künstler bis gestern Abend damit beschäftigt, das Logo der städtischen "Tourfieber"-Kampagne auf den Rasen zu sprühen - alles für TV-Bilder aus der Luft.

Die katholische Kirche St. Marien in Rheydt war bisher nicht als Radsporttempel in Erscheinung getreten. Jetzt schon. Zwei Fahrräder in blau, weiß und rot zieren die Fassade neben dem Portal, und am Sonntag ist die Kirche zum "Jour de tour" (Tag der Tour) für alle Besucher ab 11 Uhr geöffnet - zum Ausruhen, Schauen und Verweilen. In einer Foto-Ausstellung zeigen Bilder vom Renngeschehen, warum der Radsport so beliebt ist. Jeder Besucher bekommt eine Fahrrad-Wasserflasche. Und so wird die Tour an vielen Orten in der Stadt zelebriert. Tourfieber halt.

Quelle: RP
 
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