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Mönchengladbach
Debatte um Dohmens Facebook-Posts geht weiter

Mönchengladbach. Die Homosexuellen-Vereinigung der CDU in NRW kritisiert die Äußerungen des Ratsherrn in einem offenen Brief. Von Andreas Gruhn

Nach den Veröffentlichungen des Ratsherrn Christoph Dohmen (CDU) zur Entschädigung verurteilter Homosexueller verlangt der Vorstand des Mönchengladbacher Christopher Street Days weiter eine Stellungnahme der Gladbacher CDU. "Ich habe bis heute nichts von der CDU in Mönchengladbach gehört, und das ist schade", sagte CSD-Vorsitzender Markus Schnorrenberg gestern. Ähnliches fordert die Linke von der Union. Die Partei bleibe dabei, die Äußerungen als "homophob zu bezeichnen" und verlangte, der CDU-Kreisverband solle sich zu der Formulierung äußern.

Dohmen hatte im sozialen Netzwerk Facebook die von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) in Gang gebrachte Entschädigung von Homosexuellen infrage gestellt mit den Worten: "Ich finde, was gestern falsch war, muss auch falsch bleiben, auch wenn es heute möglicherweise nicht mehr falsch ist" und einen Vergleich mit einem Vergehen im Straßenverkehr gezogen. Darauf war ein Sturm der Entrüstung losgebrochen. Kreisparteichef Günter Krings sagte dazu: "Ich hätte das sicher nicht so ausgedrückt, wie es Christoph Dohmen ausgedrückt hat. Es ist aber eine legitime Meinung. Ich finde es erschreckend, wie er für diese Äußerung nun diffamiert wird. Politischer Meinungskampf dieser Art hilft niemandem, erst recht nicht den Opfern, um die es gehen sollte." Dabei handele es sich um die Meinung des Staatssekretärs, nicht aber um die der Partei CDU, hieß es gestern es beim CSD.

Die Landesvereinigung der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) schrieb in einem offenen Brief an Dohmen, die Rehabilitierung verurteilter Männer sei keine "Zeitgeist-Erscheinung, wie Sie unterstellen, sondern nach meiner festen Überzeugung ein Gebot des Verstandes und der Nächstenliebe". LSU-Landeschef Sven Sprenger wolle Dohmen gerne mit einem noch lebenden Verurteilten bekannt machen. Die Schwusos NRW warfen Dohmen vor, in rechtspopulistischen Gewässern zu fischen.

Christoph Dohmen selbst hatte Homophobie bestritten und die Formulierungen der Posts bedauert, er habe niemanden diskriminieren und verletzen wollen.

Quelle: RP
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