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Mönchengladbach
Deichkind kommt in den Sparkassen-Park

Mönchengladbach: Deichkind kommt in den Sparkassen-Park
Hartmut Wnuck (li.), Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse, und Michael Hilgers, Betreiber des Sparkassen-Parks, präsentierten gestern im Stadion das neue Logo. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Hockeypark war gestern: Das Stadion wird ab sofort von der Sparkasse gesponsert und erhält einen neuen Namen. Zudem wurde gestern bekannt, dass am 28. August die angesagte Hamburger Band Deichkind dort spielen wird. Von Jan Schnettler

Einmal rutscht es Michael Hilgers, dem Betreiber des Stadions, dann doch raus. "Hier im Ho...", setzt er an, aber da ist es schon ein paar Minuten nach 15.30 Uhr an diesem Freitag. Und seit 15.30 Uhr ist alles anders: Die Internetseite und die Auftritte in den Sozialen Medien sind umgestellt, frisch verkaufte Konzerttickets haben ein neues Design, die zuvor abgehängten Werbetafeln sind enthüllt. Sie alle zeigen, weiß auf rotem Grund, den neuen Namen des früheren Warsteiner Hockeyparks. "SparkassenPark Mönchengladbach" heißt er - mindestens für die nächsten zehn Jahre. So lange läuft der Vertrag, zu dessen finanziellen Rahmenbedingungen Stillschweigen vereinbart wurde. "Wir sind an allem interessiert, was Mönchengladbach attraktiver macht, und sind auch bereit, es zu fördern", sagt Hartmut Wnuck, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse. "Wir sind jetzt nicht nur bei den Künstlern, sondern auch im lokalen und regionalen Umfeld in der Champions League angekommen", fügt Hilgers hinzu.

Und ein ganz besonderes Bonbon wickeln Hilgers und Wnuck gleich mit aus. Deichkind - "derzeit gibt es keine vergleichbar erfolgreiche und gefragte Band in Deutschland", so Hilgers - wird am Freitag, 28. August, im Sparkassen-Park auftreten. Es wird ihre einzige Open-Air-Solo-Show im Jahr 2015. Und die ist nur zustande gekommen, weil Hilgers und sein Team gute Kontakte zu den Konzertveranstaltern Marek und André Lieberberg pflegen - und Letztere Gladbach gegenüber möglicherweise noch etwas in der Bringschuld sind. "Eigentlich spielen Deichkind ja bei einem kleinen Festival in Mendig, das sich ,Rock am Ring' nennt", sagt Hilgers. Die Vereinbarung mit den Lieberbergs sehe nun aber eine "exklusive Freigabe nur für uns" vor. Der Kartenverkauf beginnt am Montag um 12 Uhr. Bevor das neue Logo enthüllt wurde, skizzierte Hilgers noch einmal die Geschichte des nunmehr ehemaligen Hockeyparks. 2001 habe er dem damaligen Stadtdirektor Wolfgang Rombey vorgeschlagen, im Zuge der Düsseldorfer Olympia-Bewerbung ein Hockeystadion zu bauen. Just am schicksalsträchtigen 11. September jenes Jahres kam die Zusage. 2004 war der Spatenstich, Ostern 2006 war Europas größtes Hockeystadion fertig, das schon seit 2005 "Warsteiner Hockeypark" hieß. Neben vielen Hockey-Spitzenveranstaltungen hat es seitdem Tennis-Schaukämpfe, Footballspiele, Open-Air-Kino, Firmenläufe sowie mittlerweile 86 Musik-Events seit dem ersten Konzert (Manfred Mann's Earth Band am 22. Juli 2006) erlebt. In diesem Sommer, für den bereits 79 000 Eintrittskarten verkauft sind, wird der einmillionste Konzertbesucher erwartet.

Die Band Deichkind setzte diese Woche bei der "Echo"-Verleihung ein Zeichen für Offenheit gegenüber Flüchtlingen ("Refugees welcome"). FOTO: AFP

Nun ist Warsteiner, das jedoch mindestens weitere fünf Jahre Sponsor bleibt, nach zehn Jahren als Namensgeber ausgeschieden. Die Stadtsparkasse, die (in über die Jahre wachsender Intensität) wie die Brauerei ein Sponsor der ersten Stunde war, springt nun in die Bresche. Mit im Sponsoring-Boot sitzen seit 2013 übrigens auch die Sparkassen aus Heinsberg, Krefeld und Neuss. "Dieses Stadion ist, wie Borussia und künftig das Minto, ein Attraktivitätsschwerpunkt, der bundesweit ausstrahlt", sagt Wnuck. "Wenn sich Unternehmen heutzutage entscheiden, wo sie ihre Zentrale ansiedeln, spielt dabei auch der Freizeitwert eine große Rolle." Und genau dieser werde durch hochklassige Konzerte gesteigert.

Priorität Nummer eins bleibe jedoch auch in Zukunft der Hockeysport, sagt Hilgers - das sei vertraglich so festgesetzt. Sobald der Deutsche Hockeybund eine Großveranstaltung an Land ziehe, genieße diese Vorrang: "Wir freuen uns über jedes Turnier. Aber unsere Aufgabe ist und bleibt das Geschäft drum herum." Eine Weltmeisterschaft etwa sei schließlich nur alle paar Jahrzehnte mal zu bekommen. Aufgrund des hohen zeitlichen Vorlaufs solcher Veranstaltungen werde man sich mit dem Konzertgeschäft ohnehin nicht in die Quere kommen.

Quelle: RP
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