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Mönchengladbach
Dem Einbrecher die Zeit stehlen

Mönchengladbach. Nach drei Minuten wird ein Einbrecher allmählich nervös. Wenn er nach fünf Minuten immer noch nicht ins anvisierte Objekt eindringen konnte, gibt er in den meisten Fällen auf. Selbstschutz ist also sinnvoll und wird inzwischen sogar staatlich unterstützt. Von Angela Wilms-Adrians

Die CDU und die auf Sicherheitssysteme spezialisierte Firma Konntec luden gemeinsam zum Informationsabend ein, um über die Kriminalität in Mönchengladbach und Einbruchschutz zu informieren. Kreisgeschäftsführer Jochen Klenner stellte klar: "Der Bürger kann sich schützen und wird darin vom Staat unterstützt. Aber es bleibt natürlich Aufgabe des Staats, die Bürger zu schützen." Frank Boss, Vorsitzender des Polizeibeirates und Landtagskandidat, berichtete über die Situation in der Vitusstadt: Die Zahl der Einbruchsdelikte entspricht dem NRW-Durchschnitt. Von 2007 bis 2015 haben sich die jährlichen Einbrüche NRW-weit von 37.000 auf 62.000 erhöht. Aufgeklärt wurden nur 15 Prozent der Fälle. Es gibt Einzeldelikte, aber ein großer Teil der Verbrechen geht auf das Konto organisierter Banden. Sie werden vielfach aus dem östlichen Ausland in Kleinbussen eingeschleust mit dem Auftrag, in bestimmten Gebieten zuzuschlagen. "Das sind Profis, die wissen, wie man einbricht", so Boss. Für die Opfer blieben neben materiellen Verlusten oft psychische Nachwirkungen. In beinahe jeder Beiratssitzung werde das Ausmaß der Einbrüche thematisiert. Boss betonte, die Polizei leiste gute Arbeit, doch die Zahl der Streifenwagen sei gering.

Dennis Konnertz betonte, dass 42,7 Prozent der Einbrüche durch Sicherheitstechnik verhindert werden können. "Ein Einbrecher hat nie viel Zeit, Unsere Aufgabe ist es, ihm Zeit zu stehlen", so Konnertz. Bevorzugtes Werkzeug zum Aufhebeln von Fenstern sei ein Schraubenzieher. Ein Standardfenster, wie es in etwa 80 Prozent der Häuser verbaut ist, könne in zehn Sekunden aufgehebelt werden. Ein bereitstehendes Musterfenster ließ sich tatsächlich auch ohne Erfahrung blitzschnell mit wenig Körpereinsatz aufhebeln.

Thema waren auch Gaunerzinken. Ein Kreuz auf einem Halbkreis bedeutet zum Beispiel "Kein Mann im Haus". "Hier sollte man auf Veränderungen am Eigentum achten", warnte Timo Konnertz. Er weiß, dass die Nachfrage nach Sicherheitstechnik in den dunklen Monaten steigt. Dennoch wird am häufigsten tagsüber eingebrochen, wenn die Bewohner zur Arbeit und auch die meisten Nachbarn nicht zuhause sind.

Quelle: RP
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