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Mönchengladbach
Der Bund möchte keinen Eisernen Rhein

Mönchengladbach: Der Bund möchte keinen Eisernen Rhein
Aus dem Entwurf für den neuen Bundesverkehrswegeplan ist der Eiserne Rhein gestrichen. Damit wird es voraussichtlich keine reine Güterstrecke zwischen Antwerpen und dem Ruhrgebiet geben. FOTO: Busch
Mönchengladbach. Die umstrittene Güterbahnlinie durch Gladbacher Gebiet fehlt im Bundesverkehrswegeplan. Dafür ist der zweigleisige Ausbau Richtung Niederlande zwar aufgenommen, die Intercity-Verbindung nach Eindhoven allerdings nicht. Von Andreas Gruhn und Birgitta Ronge

Aus der Neubaustrecke für den Eisernen Rhein entlang der Autobahn 52 wird wohl nichts. Denn im Entwurf für den neuen Bundesverkehrswegeplan, den Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Mittwoch vorstellte, gehört diese Maßnahme nicht zu den favorisierten Projekten. Der Plan beschreibt, welche Investitionen das Ministerium in den kommenden 15 Jahren tätigen will - auf Straßen, Schienen und Wasserwegen. "Es ist eine gute Entwicklung und eine echte Erleichterung für Mönchengladbach, dass die längst nicht mehr zeitgemäßen Pläne für die Wiederbelebung des Eisernen Rheins jetzt endlich in den Papierkorb gewandert sind", sagt der Gladbacher Bundestagsabgeordnete Günter Krings (CDU). Felix Heinrichs, SPD-Fraktionschef im Rat, glaubt nicht, dass das Projekt dadurch ganz gestorben ist: "Ich halte das für eine strategische Fehlentscheidung, weil dadurch die Wegbeziehung zwischen den Häfen nicht verbessert wird. Die Konsequenz ist mehr Lkw-Verkehr auf der Straße."

Um den Eisernen Rhein, eine Strecke für den Güterverkehr zwischen Antwerpen und Duisburg, wurde in den vergangenen Jahren viel gestritten. Im aktuellen Planentwurf führen Gutachter aus, dass ein Neu- oder Ausbau der Strecke für den Güterverkehr zwar von Nutzen sei - dieser Nutzen aber die hohen Investitionskosten nicht ausgleichen könne. Diese Einschätzung gilt für alle Varianten: die Strecke auf der historischen Trasse zwischen der niederländischen Grenze über Dalheim nach Rheydt (die Strecke hätte durch die Stadt bis nach Windberg geführt) und für eine Neubaustrecke von Helenabrunn in Viersen entlang der Autobahn 52 nach Roermond - also auch durch Hardt. Der Nutzen könne die Kosten nicht ausgleichen. Weil daher das Projekt nicht wirtschaftlich sei, sei es nicht in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen, führen die Gutachter in ihrer Begründung aus.

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Zwei andere Mönchengladbacher Schienenprojekte sind hingegen im Plan aufgeführt: Der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke von Venlo bis nach Odenkirchen (die ist zwischen Kaldenkirchen und Dülken sowie zwischen Rheydt und Odenkirchen nur eingleisig) und eine eventuell neu zu bauende Güterbahnlinie zwischen Herrath und Hochneukirch, um den Güterverkehr zwischen Aachen und Köln zu entlasten. Das zweite Gleis zwischen Kaldenkirchen und Dülken (das Projekt läuft unter dem Namen RoCK) ist im Bundesverkehrswegeplan zwar als "potenzieller Bedarf" ausgewiesen, genießt somit wenigstens untergeordnete Priorität. Die Intercity-Verbindung selbst bewerten die Gutachter allerdings als eine "betriebliche und keine infrastrukturelle Maßnahme, die daher nicht durch den Bundesverkehrswegeplan förderbar und somit nicht aufzunehmen ist". Mit anderen Worten: Der Bund hat kein Interesse an einer Schnellzug-Verbindung von Düsseldorf nach Eindhoven.

Das wollen die Gladbacher Politiker so nicht hinnehmen. "Gerade die niedrige Priorisierung des Schienenausbaus im Bundesverkehrswegeplan ist ein echter Rückschlag für die Region. Das ist ein fatales Zeichen", sagt die Bundestagsabgeordnete Gülistan Yüksel (SPD). "Immerhin verbinden wir damit auch die Durchführung der S 8 bis Rheydt und eine Schnellzugverbindung zwischen Mönchengladbach und Eindhoven." Günter Krings kritisiert den Abschnitt Rheydt-Odenkirchen als "Nadelöhr", das dringend ausgebaut werden müsse. Die Verbindung nach Köln müsse so gestärkt werden. "Es hätte mich gefreut, wenn wir eine höhere Priorisierung erreicht hätten", sagt Krings.

Quelle: RP
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