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Mönchengladbach
Der Einzelhandel als Gesamtkunstwerk

Mönchengladbach: Der Einzelhandel als Gesamtkunstwerk
Das Minto, waren sich die Handelsexperten einig, hilft der Stadt bei der Positionierung in einem starken Wettbewerb. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Die Kunden aus dem Internet wieder in die Städte locken - Händler stehen vor großen Herausforderungen. Wie diese zu meistern sind, kam jetzt beim Handels-Dialog NRW zur Sprache, für den Gladbach nicht zufällig als Standort diente. Von Angela Wilms-Adrians

Effektiver Handel ist dynamisch - entsprechend dynamisch war jetzt der Handels-Dialog NRW im Borussia-Park. Einmal rund um die Uhr referierten und kommunizierten renommierte Gastredner im Parforceritt über Konzepte, Standorte und Herausforderungen an den Handel. Den Workshop hatte das Düsseldorfer Unternehmen Heuer Dialog organisiert.

Die zentrale Frage "Auf allen Kanälen zum Kunden: Welche Standorte und Konzepte performen?" wurde in fünf Themenblöcken abgeklopft, wie zum Beispiel "Harter Wettbewerb an Rhein und Ruhr - Was ist los in NRW?", "(K)ein hässliches Entlein: Refurbishments als Investmentalternative" und "(Mittel)Städte in NRW: Individualität statt Größe als Schlüssel". Das Düsseldorfer Unternehmen hatte den Standort Mönchengladbach bewusst gewählt: "Wir gehen gerne in Städte, wo etwas Spannendes passiert, und das Minto ist schließlich eines der modernsten und attraktivsten Zentren Deutschlands. Hier haben wir ein tolles Beispiel für eine Stadt, die im starken Wettbewerb steht und sich positionieren muss", schwärmte Angela Rüter, Geschäftsführerin und Moderatorin des Programms. Selbstredend war eine gemeinsame Fahrt zur Besichtigung des Minto mit abschließendem Get-together im Programm vorgesehen.

Mit dem überschwänglichen Lob war Rüter mitten im Thema. Denn beherrschend im Dialog war die Frage, wie attraktiv und zeitkonform gestaltet werden kann. "Der schnellere Einkauf geht über das Internet, doch es ist eine Herausforderung an den Handel, dem Kunden ein Gesamtkunstwerk zu bieten, damit er seine Trägheit überwindet", sagte etwa Axel Funke, Vorstandsvorsitzender von Fokus Development.

Attraktive Angebote als absolutes Muss guter Konzepte nannte ebenso Ralf Beckmann, Geschäftsführer von "Stadt und Handel", der unter dem Gesichtspunkt global/ lokal weltweite Handelstrends vorstellte. Dr. Johannes Grooterhorst, vom gleichnamigen Anwaltsbüro mit den Schwerpunkten Unternehmens- und Immobilienrecht, beleuchtete zur Landes(entwicklungs)Planung immer auch rechtliche Fragen. Im Beispiel mit Lokalkolorit verwies er auf die planungsrechtlichen Kriterien zum Bauvorhaben der Gruppe Kaufland in Holt mit dem Hinweis, wie schmal die Rechtsgrundlage zuweilen sei.

Dr. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, konzentrierte sich auf die Auswirkungen, die der Online-Handel auf den stationären innerstädtischen Einzelhandel in Gladbach hat. Das von der WFMG mit der Hochschule Niederrhein erarbeitete Maßnahmenprogramm MG Retail 2020 habe einen Paradigmenwechsel gezeigt: 40 Prozent der Kunden informieren sich vor einem Einkauf über das Internet. "Es stimmt also nicht, dass man sich im Geschäft beraten lässt und dann im Internet kauft. Im Gegenteil, es ist umgekehrt", so Schückhaus. Die digitale Erreichbarkeit bezeichnete er als eines der wichtigsten Themen und befand: "Wer im Netz nicht zu finden ist, hat verloren."

Quelle: RP
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