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Zahl der Arbeitsplätze gestiegen
Der Gladbacher Flughafen lebt

Zahl der Arbeitsplätze gestiegen: Der Gladbacher Flughafen lebt
Der Tower an der Niersbrücke ist jeden Tag mindestens von 8 bis 20.30 Uhr besetzt. Gegen Aufpreis kann man aber ab 6 und bis 22 Uhr starten und landen. Dafür müssen dann mindestens fünf Flughafen-Mitarbeiter Dienst tun. FOTO: Ilgner
Mönchengladbach. Seit Freitag sind alle Hallen voll, es gibt mehr Flugbewegungen und Passagiere, so viele Arbeitsplätze wie lange nicht und weniger Verlust. MGL hat sich stabilisiert und starke Fürsprecher. Die wird er wohl schon bald wieder brauchen. Von Ralf Jüngermann

Am 1. April 1996 stand Franz-Josef Kames um 6 Uhr mit einem Blumenstrauß im Tower des Gladbacher Flughafens. Dank des neuen Instrumenten-Landesystems gab es an diesem Tag zum ersten Mal Linienflüge ab Gladbach.

Gestern, auf den Tag genau 20 Jahre später, hatte Kames, der inzwischen Geschäftsführer des Flughafens ist, wieder Grund zur Freude: Er durfte neue Mieter begrüßen. Ein Unternehmen aus Süddeutschland hat seine Maschinen nach Gladbach verlagert. Damit sind alle Plätze an der Niersbrücke vermietet. So gefragt wie im Moment war der Gladbacher Flughafen schon lange nicht mehr.

Knapp 40.000 Flugbewegungen - und damit sieben Prozent mehr als im Vorjahr - gab es 2015. Auch die Zahl der Passagiere ist gestiegen. Die der Arbeitsplätze rund um den Flughafen sowieso. 470 Menschen arbeiten rund um den Regionalflughafen: Das liegt an Platzhirsch Rheinland Air Service (RAS), die alte Maschinen kaufen und deren Reste verwerten, aber auch an der Flugschule RWL. Dank des Hugo Junkers-Hangars ist der Flughafen sogar wieder ein bisschen hip. Oldtimer-Flugtage sorgen für zusätzlichen Besucherstrom. Und wenn Borussias Bundesliga-Mannschaft ein paar Mal pro Saison mit einer aus Mannheim gecharterten Maschine zu Auswärtsspielen von der Niersbrücke aus abhebt, hisst der Flughafen-Chef persönlich eine Borussia-Flagge.

All das interessiert in Düsseldorf weniger. Der Gladbacher Flughafen gehört zu gut 70 Prozent der Flughafen Düsseldorf GmbH. Für die ist diese Zahl die spannendste: Der Gladbacher Verlust, der jahrelang bei 5 Millionen lag und den die Düsseldorfer alleine übernehmen, ist wie geplant nicht mal mehr halb so hoch. Er lag 2015 noch bei 2,4 Millionen Euro. Vor allem, weil von früher 28 Angestellten nur noch 16 übriggeblieben sind.

Das wird bis 2020 so bleiben. So lange gilt der aktuelle Vertrag. Ob die Düsseldorfer ihn ein weiteres Mal verlängern, ist indes alles andere als sicher. Denn auch gut zwei Millionen Euro Verlust sind viel, wenn es keinerlei Perspektive gibt, sie zu verhindern. Erste Anzeichen, dass der Gladbacher Flughafen in Düsseldorf auf den Prüfstand gestellt wird, gibt es bereits. Allerdings auch prominente Fürsprecher mit nachvollziehbaren Argumenten. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), sagte gestern der RP: "Der Flughafen ist ein starker Wirtschaftsfaktor und ein Jobmotor. Gladbach braucht diesen Flughafen."

Planungsdezernent Gregor Bonin hat gerade auf der Immobilienmesse in Cannes erlebt, wie gefragt Mönchengladbach im Moment ist und bringt es auf einen einfachen Nenner: "Eine wachsende Stadt braucht zwingend einen funktionalen Flughafen." Und dass die Stadt in den kommenden Jahren wachsen wird, ist auch für Hans Peter Schlegelmilch, den Fraktionsvorsitzender der CDU, klar: "Mönchengladbach ist klar erkennbar im Aufwind. Klappt das Sesaons-Projekt im JHQ, brauchen wir diesen Flughafen dringender denn je."

Quelle: RP
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