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Mönchengladbach
Der große Trumpf in Las Vegas

Mönchengladbach: Der große Trumpf in Las Vegas
FOTO: Knappe Joerg
Mönchengladbach. Man braucht eine starke Ausdauer im Kopf. Georg Wüllenweber muss es wissen. Der Gladbacher ist soeben Dritter bei Skatweltmeisterschaften in Las Vegas geworden. Von Lisa Tellers

Den Millionen Jackpot in Las Vegas' zahlreichen Casinos hat Georg Wüllenweber (59) nicht gewonnen. Auch das Preisgeld kommt nicht annähernd an die hohen Summen heran, die es in den Casinos zu gewinnen gibt. Und doch hat sein dritter Platz bei den Skatweltmeisterschaften in Las Vegas einen mindestens genau so hohen Wert für ihn. "Das war schon toll. In Las Vegas hat man uns bei der Siegerehrung richtig gefeiert. Dieser dritte Platz ist sicherlich mein bislang größter Erfolg", sagt Georg Wüllenweber stolz.

Zuschauer gibt es bei Skatweltmeisterschaften nicht, und trotzdem war der Wettbewerb gigantisch. Am weltbekannten Las-Vegas-Strip im Flamingo-Hotel haben 209 Skatspieler am Turnier teilgenommen. Der neu dazugewonnene Pokal muss jetzt erst einmal im heimischen Hardterbroich - im überfüllten "Pokal-Büro" - seinen Platz finden. In der Skat-Weltspitze hat Wüllenweber seinen Platz längst behauptet, und so war sein Erfolg in Las Vegas nicht unbedingt überraschend für ihn: "Ich bin mit Ambitionen zu diesem Turnier geflogen. Ich habe auch in der Vergangenheit schon oft an großen Turnieren teilgenommen. Daher wusste ich, dass ich auch dazu in der Lage bin, mich bei Weltmeisterschaften zu behaupten", sagt er.

Die Leidenschaft fürs Skatspiel entwickelte Georg Wüllenweber recht spät. Zwar habe er Skat schon früh von seinem Opa gelernt, doch die wirkliche Faszination entwickelte er erst, als er 1994 von der professionellen Ligastruktur im Skat erfuhr. "Karo As Meerbusch" war gerade Deutscher Meister geworden. Und so entschied sich Wüllenweber, ab sofort für den Meerbuscher Verein anzutreten. Und bis heute spielt er für diesen Club in der ersten Skat Bundesliga. Damit aber nicht genug, denn beim Weltverband ISPA spielt er außerdem für "Euroskat.com Berlin". Seit zehn Jahren ist er auch im Internetskat aktiv, so können zumindest die Reisen nach Berlin ein wenig gedrosselt werden. "Skat ist für mich ein sehr zeitintensives Hobby. Seit meinem Vorruhestand mit 55 Jahren konnte ich zwar mehr Zeit für Skat investieren, früher musste ich mir aber oft Urlaub nehmen, um überhaupt an Turnieren teilzunehmen", sagt er. Mit seiner Lebenspartnerin teilt er das gleiche Hobby, und so ist zumindest bei diesem Thema der Hausfrieden immer sichergestellt. "Es ist enorm wichtig, dass deine Partnerin Verständnis für dein Hobby hat und somit auch die ganzen Reisen unterstützt", sagt Wüllenweber.

Seine andere große Leidenschaft, die Borussia, leidet in den letzten Jahren ein wenig unter seinem zeitintensiven Hobby. Die Dauerkarte musste er abgeben, dafür war einfach nicht mehr genug Zeit vorhanden. Aber so oft es geht, versucht er, dann doch noch ins Stadion zu fahren. Dass der Fußball in die Kategorie Sport eingeordnet wird, bedarf keiner Zweifel. Inwiefern man Skat aber als Sport bezeichnen kann, wird Wüllenweber oft gefragt. Deshalb hat er immer folgende Antwort parat:"Man kann Skat als Schach des Kartenspiels bezeichnen. Es ist eine unglaubliche Konzentration erforderlich. Oft spielt man zehn Stunden an einem Tag, das ist für mich anstrengender als ein normaler Arbeitstag. Man braucht eine starke Ausdauer im Kopf."

Im Skat gibt es, wie im Fußball auch, sehr unterschiedliche Taktiken. Georg Wüllenweber gilt als defensiver Spieler, der den Gegner genau analysiert und erkennt, was für ein Spielertyp sein Gegenüber ist. Das ist sein Erfolgsrezept, sagt er. Und genau mit dieser Strategie will er den Weltmeistertitel in zwei Jahren beim "Heimspiel" in Berlin anpeilen.

Quelle: RP
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