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Mönchengladbach
Der Lutherfisch und die Reformation

Mönchengladbach: Der Lutherfisch und die Reformation
In ihrer Show verlegten die Jugendlichen das Leben und Wirken Luhers ins Reich der Fische. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Die "Ten Sing"-Gruppe der Jugendkirche Rheydt führte in der Aula des Hugo-Junkers-Gymnasiums ihre Show "Luther bei die Fische" auf - eine rasante Mischung aus Spielszenen, Tanz und Gesang. Von Angela Wilms-Adrians

Am Eingang stand ein Playmobil-Luther in XXL-Version mit Federkiel und Bibel. Doch unter dem Motto "Luther bei die Fische" setzte die 25-köpfige "Ten Sing"-Gruppe von der Jugendkirche Rheydt auf einen überraschend anderen Zugang zu Leben und Wirken des Reformators. In der Aula des Hugo-Junkers Gymnasiums führten die Jugendlichen im Alter von 14 bis 21 Jahren im Reformationsjahr eine eigenverantwortlich realisierte Show auf, in der die Spielszenen eingebettet sind in temperamentvolle Tanz- und Gesangseinlagen. Die Handlung über das Leben und Wirken des großen Reformators ist ins Reich der Fische verlegt.

"Natürlich ist das Motto ,Luther bei die Fische' auch eine Anspielung auf das urchristliche Symbol des Fisches, doch vor allem ist es dem kreativen Umgang der jungen Leute mit der Luther-Geschichte geschuldet", sagte Nadine Schlutzkus. Die Jugendleiterin aus der Jugendkirche Rheydt und vom CVJM Rheydt ist sehr angetan von Elan und Kreativität der jungen Akteure. Die hatten Einstudierung und Aufführung selbstständig geplant und organisiert, die Spielszenen, Choreographien und Chorsätze erdacht und umgesetzt. Für die Aufführung war die linke Aula-Seite für die Elterngeneration bestuhlt. Auf den Stehplätzen wiegten sich die vorwiegend jüngeren Besucher temperamentvoll im Rhythmus der Lieder. Von beiden Seiten brandete immer wieder kräftiger Applaus auf.

Der Einstieg ins Stück war rasant. Die Darsteller hatten sich selbst gebastelte Fischköpfe aufgesetzt und stürmten durch den Saal zur Bühne. "Hier ist es ja verfischt voll", stellte Nils Mertens, Jahrespraktikant und "Ten-Sing"-Mitglied, zur Begrüßung fest. Gemeinsam mit Kathrin Bockannek, jahrelange Hauptleiterin, führte er mit witzigem Fisch-Vokabular ein in die Welt der Korallenriffe. Hier lebt der kleine Lutherfisch. Der ist erschüttert, dass die große Koralle mit den Ängsten der einfachen Fische Perlen ziehen will. Als Luther, gespielt von Andrew, seine Thesen an die Pforte der kleinen Koralle schlägt, hilft ihm der Hammerhai. Ein wieherndes Seepferdchen überbringt eine Nachricht vom Erzbischof, zu dem Luther flugs schwimmen will, in der Hoffnung, bei ihm seine Thesen vertreten zu dürfen. Der Ablasshandel wird auf dem Fischmarkt verhandelt. So ist die ganze Handlung witzig, frech und gerne auch ein wenig schräg übersetzt. Pfiffig eingestreut sind Anspielungen auf den Animationsfilm "Findet Nemo". Zu den Spielszenen und Songdarbietungen stand das Publikum bis an den Bühnenrand. Doch für die peppig choreographierten Tanzeinlagen vor der Bühne machte es gerne Platz und setzte sich auf den Boden, damit auch alle möglichst gut sehen konnten.

Für die energiegeladen servierten Lieder und Melodien hatten die Jugendlichen vielfach in der Pop-Welt gefischt, aber auch eigene Texte geschrieben. Auch die Chorleitung hatte eine Besonderheit. Die wechselte ständig, und so durften sich auch hier viele ausprobieren.

Quelle: RP
 
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