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Mönchengladbach
Der Zirkus mit der Mülltrennung

Mönchengladbach: Der Zirkus mit der Mülltrennung
Anne Peters-Dresen von der GEM erklärt Kindern, wie Müll getrennt wird, wie die GEM ihn abholt und was man aus Abfall so alles herstellen kann. Das ist nämlich mehr, als so mancher denkt. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Die GEM informiert jetzt in einem bunten Zirkuswagen über Abfall, Wertstoffkreisläufe und Wiederverwertung. Damit erweitert der Entsorger sein Angebot für Schulen und Kindergärten. Der Wagen kann für Veranstaltungen gebucht werden. Von Angela Rietdorf

Richtig cool finden Leah und Elena-Marie den Zirkuswagen der GEM. Die beiden Elfjährigen besuchen die sechste Klasse der Bischöflichen Marienschule, und gehören zu den ersten, die die neue rollende Ausstellung der GEM in Augenschein nehmen können. Der blaue, nostalgisch anmutende Wagen steht einen Tag lang auf dem Schulhof der Marienschule. Von außen bunt und fröhlich, von innen anschaulich und informativ.

Den Machern der Ausstellung ist es gelungen, auf kleinem Raum die Thematik Müll, Wertstoffe und Recycling ansprechend darzustellen. So erfährt der Besucher, dass 2013 rund 106 Millionen Handys ungenutzt herum lagen. Darin stecken immerhin 2,65 Tonnen Gold - eine Tatsache, die Schüler tief beeindruckt. Auch das T-Shirt, in dem PET-Fasern verwebt sind, das also zum Teil aus alten Plastikflaschen besteht, sorgt für Verblüffung.

An den Wänden des Zirkuswagens werden auf Tafeln, aber auch mit handfesten Beispielen die verschiedenen Wertstoffe wie Altpapier, Glas oder Metall, ihre Verwendung und das Recycling dargestellt. Elektrogeräte beispielsweise werden gesondert abgefahren und in einem Zerlegezentrum in Grevenbroich in ihre Einzelteile zerlegt, so dass die kostbaren Komponenten wieder zur Verfügung stehen. Dass Altpapier ein wertvoller Rohstoff ist, aus dem man wieder Papier herstellen kann, können die Schüler nicht nur im Zirkuswagen sehen, sondern auch selbst ausprobieren: Im Klassenzimmer machen sie unter Anleitung der GEM-Experten selbst Papier. Das gehört schon länger zum GEM-Angebot für Schulen.

Auch der Glaskreislauf wird anschaulich dargestellt. "Glas ist der Champion unter den Rohstoffen", sagt GEM-Sprecherin Anne Peters-Dresen. "Es kann unendlich oft wiederverwendet werden. In jeder Flasche stecken sechzig Prozent Altglas." Allerdings muss das Glas nach Farben getrennt gesammelt werden. "Es gibt das Vorurteil, dass das Altglas, das in den Containern getrennt wird, beim Abholen wieder zusammengeschüttet wird", sagt Peters-Dresen. Es sei zwar ein Wagen, in den das Altglas komme, aber der habe getrennte Behälter.

Wie sinnvoll Mülltrennung ist, will die GEM mit dem Zirkuswagen nicht nur Schülern näher bringen, sondern gern auch Erwachsenen. "Der Wagen kann auch bei Stadtteilfesten oder auf Märkten eingesetzt werden", erklärt die GEM-Sprecherin. Aufklärung ist nämlich immer noch wichtig, auch wenn die Deutschen als Weltmeister im Mülltrennen gelten und neu ins Land Kommende als erstes über Biotonne, gelbe Säcke und Restmüll aufgeklärt werden. Besonders das Konzept des gelben Sacks, in den jede Verpackung kommt, egal ob Dose oder Plastikbecher, leuchtet nicht jedem ein. Deshalb findet sich im gelben Sack oft kaputtes Plastikspielzeug, während die Konservendose im Restmüll landet.

Wer Interesse an der kostenlosen Nutzung des Zirkuswagens für einen Tag der offenen Tür, Schulfeste, Märkte oder Stadtteilfeste hat, oder das pädagogische Programm der GEM buchen möchte, kann sich unter 02161-491046 oder unter www.gem-mg.de informieren.

Quelle: RP
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