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Mönchengladbach
Design-Studentin entwirft Weltraum-Kleidung

Mönchengladbach. Was trägt man während einer Marsmission? Mit dieser Frage haben sich Studierende des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik auseinandergesetzt und dabei beim Design-Wettbewerb "Spacetex 2030" zahlreiche Preise abgeräumt. Ziel war, unter Einsatz von Hightech-Materialien eine hochfunktionelle Station-Wear für Astronauten zu entwerfen und zu konzipieren, die während einer Langzeitmission unter Nullgravitationsbedingungen getragen werden kann.

Der mit insgesamt über 3000 Euro dotierte Wettbewerb fand im Rahmen des Forschungsprojekts "Spacetex 2030" statt, das von den Hohenstein Instituten, der Schoeller Textil AG, der Charité in Berlin und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt durchgeführt wurde. Studierende waren aufgefordert, mit eigenen Entwürfen praxisnah und kreativ die Frage nach der besten Kleidung für eine Marsmission zu beantworten. Anders als im aktuellen Kinofilm "Der Marsianer" dargestellt, gäbe es bei einer solchen Mission zum Mars für die Astronauten keinen Weg zurück. Sie müssten nach einer Reisezeit von etwa sieben Monaten dort bleiben. Das Konzept von Linda Pfanzler, die am Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein den Master Textile Produkte - Design studiert, setzt dieses Anforderungsprofil an Funktion und Design am eindrucksvollsten um. Die Studentin entwickelte das Designkonzept "Nostalgia", das am urbanen Umfeld des Heimatplaneten Erde inspiriert ist.

Neben dem Design, das ein wenig an die Weltraum-Missionen früherer James-Bond-Filme erinnert, entwickelte sie die Idee einer Duft-Bibliothek, die in der Innentasche der Jacke platziert werden soll. "Die Düfte sollen die Erinnerungen des Trägers an die Erde unterstützen und einen fließenden Übergang zum neuen Lebensraum ermöglichen", schreibt Linda Pfanzler in ihrem Konzept. Damit die Textilien wenig gewaschen werden müssen, sind sie mit antibakteriellen Eigenschaften ausgestattet. Linda Pfanzler gewann den Wettbewerb und erhielt 1500 Euro Preisgeld.

Zwei weitere Studierende aus Mönchengladbach kamen ebenfalls in die Endrunde: Jonas Stracke belegte mit dem Designkonzept "Adam & Eva 2.0" Platz vier, wofür es immerhin noch 300 Euro Preisgeld gab, und Janina Krolzik belegte mit dem Designkonzept "Memory Skin Wear" Platz sechs. Die Preisverleihung fand vor einem qualifizierten Fachpublikum im Rahmen des "Forums Funktionalisierung" an den Hohenstein Instituten in Schloss Hohenstein statt. "Die Studierenden konnten neben ihrem gestalterischen Können auch ihr technisches Know-how und interdisziplinäres Wissen unter Beweis stellen und die Möglichkeiten der technisch hervorragend ausgestatteten Labore der Hochschule ausreizen", sagte Prof. Ellen Bendt, die das Projekt betreute.

(lisch)
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