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Mönchengladbach
Detonation am Vereinsheim von Outlaw-Rockern

Detonation am Vereinsheim von Outlaw-Rockern
Die Ermittler haben zwei Männer aus dem Rockermilieu im Visier. FOTO: Carsten Rehder
Mönchengladbach. Seit Dienstag ermittelt bei der Polizei die Ermittlungskommission "Flieth". Der Grund: Auf dem Vereinsgelände des Rockerclubs Outlaws hat es bereits am vergangenen Montag eine Explosion gegeben. Von Gabi Peters

Verletzte gab es nicht, weil sich zu dem Zeitpunkt niemand im Vereinsheim aufhielt. Durch die Gewalt der Detonation wurden Mauern und ein Tor beschädigt.

Gegen 3 Uhr hatte ein Anwohner der Polizei den gewaltigen Knall an der Fliethstraße gemeldet. Doch zunächst hatte die Suche der Polizei nach der Ursache kein Ergebnis gebracht. Erst am Dienstag stellte sich heraus, dass das Vereinsgelände der Outlaws betroffen ist. Der Tatort wurde mit Hilfe des Landeskriminalamtes untersucht. Die Auswertung der Spuren ist jedoch noch nicht abgeschlossen, sagte Polizeisprecher Jürgen Lützen gestern: "Welche Art von Sprengkörper gezündet wurde, können wir noch nicht sagen. Aber es war mit Sicherheit kein Böller."

Im Rahmen der Ermittlungen fiel ein Tatverdacht auf zwei Männer, die mit dem Rockermilieu in Verbindung stehen. Welchem Club sie angehören, darüber gab es gestern noch keine Auskunft. Auf Anordnungen des Amtsgerichtes wurden daraufhin am Donnerstag die Wohnungen der beiden Männer in Jülich und Langenfeld, auch mit Sondereinsatzkräften, durchsucht.

Der Tatverdächtige aus Langenfeld wurde in seiner Wohnung angetroffen und vorläufig festgenommen. Es handelt sich um einen 36-jährigen Mann, der nach dem Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen wurde. Der Tatverdächtige aus Jülich wurde nicht angetroffen. Die Ermittlungen dauern an. Hinweise werden beim EK "Flieth" unter folgender Telefonnummer entgegengenommen: 02161 290.

Erst am 19. Juli hatte es in der Stadt eine Auseinandersetzung zwischen Rockern gegeben. 20 Hells Angels hatten eine Gaststätte an der Hoftstraße gestürmt und einen 44 Jahre alten Rocker des Motorradclubs MC Gremium Heinsberg zusammengeschlagen. Anschließend stahlen sie ihm seine Kutte. Mit SEK-Unterstützung wurde später die Wohnung des  Mönchengladbacher Hells-Angels-Chef in Odenkirchen durchsucht. Allerdings gab es dabei keine Festnahmen, auch wurde nichts sichergestellt. Trotz dieser erneuten Tat innerhalb der Rockerszene geht die Polizei nicht davon aus, dass in der Stadt zu einem Rockerkrieg kommt. Polizeisprecher Lützen: "Dafür haben wir keine Hinweise." Sowohl die Outlaws als auch MC Gremium gelten als Feinde der Hells Angels.

(gap)