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Mönchengladbach
DGB bemängelt Zahl der Weiterbildungsangebote

Mönchengladbach. Anlässlich der Präsentation des aktuellen Weiterbildungsatlas der Bertelsmann-Stiftung fordert der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Mönchengladbach, Hans Lehmann: "Es ist höchste Zeit, dass wir ein Bundes-Weiterbildungsgesetz bekommen." Die Chancen auf Weiterbildung seien nämlich höchst ungleich verteilt, es gebe immense regionale Unterschiede. Teilzeitbeschäftigte, Ältere und Geringqualifizierte seien von den Maßnahmen oft ausgeschlossen, einheitliche, verlässliche Regelungen fehlten.

Während in München fast 16 Prozent der über 25-Jährigen an mindestens einer Weiterbildung pro Jahr teilnehmen, seien es in Mönchengladbach nur 8,54 Prozent, führt Lehmann aus. Die auffälligste Zahl sei in diesem Zusammenhang die der betrieblichen Angebote. Dabei liege Mönchengladbach extrem weit zurück. "Hier werden nur rund 42 Angebote pro 1000 Mönchengladbacher gemacht. Der Wert der Landeshauptstadt Düsseldorf zum Vergleich liegt bei knapp 66 Angeboten pro 1000 Einwohner", rechnet Lehmann vor. "Auch gemeinschaftliche und privatwirtschaftliche Weiterbildungseinrichtungen gibt es hier weit weniger als im Durchschnitt."

Die Angebote auf dem Weiterbildungsmarkt seien nicht transparent; Freistellung, Finanzierung und Qualität der Maßnahmen nur unzureichend gesichert. "Es ist deshalb höchste Zeit, dass wir ein Bundes-Weiterbildungsgesetz bekommen, das an diesen Punkten für verlässliche und bundesweit vergleichbare Rahmenbedingungen sorgt", sagt der DGB-Vorsitzende Lehmann weiter.

In der Weiterbildung gelte "leider viel zu oft das Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben. Männer mittleren Alters, die in Vollzeit arbeiten und Führungspositionen besetzen, haben die besten Chancen auf eine Weiterbildung. Frauen in Teilzeit, aber auch ältere Beschäftigte und Geringqualifizierte bleiben hingegen von der Weiterbildung oftmals ausgeschlossen", so Lehmann. Gleichzeitig investiere der Staat immer weniger in Weiterbildung. Allein zwischen 1995 und 2012 seien die öffentlichen Ausgaben hier um 41 Prozent gesunken.

(tler)
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