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Serie Mäuse, Moos Und Mehr (3/6)
Die Ausbildung von Bankkaufleuten

Mönchengladbach. Wer bei der Stadtsparkasse Mönchengladbach anfangen will, braucht nicht zwingend Abitur. Mathematisches Verständnis, Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Offenheit im Umgang mit Menschen und Teamfähigkeit sind gefragt. Von Angela Rietdorf

Zuerst einmal räumt Gabriele Kels mit einem Vorurteil auf. "Man benötigt nicht zwingend das Abitur für die Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau", sagt die Abteilungsleiterin Personalförderung der Stadtsparkasse Mönchengladbach. "Wir nehmen auch gern Realschüler." Unverzichtbar für die Ausbildung und spätere Tätigkeit seien dagegen Eigenschaften wie Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Offenheit im Umgang mit Menschen und Teamfähigkeit.

Die Stadtsparkasse Mönchengladbach stellt jedes Jahr circa 20 neue Auszubildende ein. Sie durchlaufen eine vielseitige kaufmännische Ausbildung, die zwei oder zweieinhalb Jahre dauert. "Unsere Auszubildenden sollen Erfahrungen in möglichst vielen Bereichen sammeln", erklärt Gabriele Kels. "Sie lernen vier unterschiedliche Geschäftsstellen kennen, außerdem zahlreiche weitere Unternehmensbereiche, in denen umfangreich ausgebildete Spezialisten zum Beispiel für Finanzierungen, Vermögensanlage oder das Geschäft mit Firmenkunden tätig sind."

Egal, wo sie nach ihrer Ausbildung eingesetzt werden - zu ihren Aufgaben gehört immer das Finden von passgenauen, individuellen Lösungen. "Wir legen Wert auf einen ganzheitlichen Beratungsansatz", sagt Gabriele Kels. "Das bedeutet, im Beratungsgespräch wird die jeweilige Lebenssituation beleuchtet. Es wird gemeinsam überlegt, wie die finanziellen Mittel sinnvoll aufzuteilen sind, wie viel Risiko unser Kunde eingehen und welches Ziel er erreichen möchte." Es geht also nicht nur um Geld und Zinsen, sondern um die persönlichen Ziele, Wünsche und Möglichkeiten. Deswegen sind Eigenschaften wie Einfühlungsvermögen und Freude am Umgang mit Menschen für Bankkaufleute so grundlegend. Weil sie sich in diesem Fall besonders gut in ihr Gegenüber hineindenken können, beraten die Auszubildenden direkt nach ihrer Ausbildung oft die jungen Kunden, zum Beispiel zu Fragen der Absicherung bei Berufsunfähigkeit oder zu Studienkrediten.

Die meisten der zurzeit insgesamt 67 Auszubildenden bei der Stadtsparkasse werden anschließend in einer der 38 Geschäftsstellen arbeiten und schon bald umfassende Beratungen durchführen.

Es gibt aber auch Abteilungen, in denen Spezialisten gefragt sind. Bei der Immobilienfinanzierung zum Beispiel, bei der unter anderem einschlägige Kenntnisse zu Möglichkeiten der Förderung mit öffentlichen Mitteln erforderlich sind. Hier muss der Berater im Auge behalten, ob staatliche Förderprogramme genutzt werden können, was sich bei einem eventuellen Zinsanstieg ändert und ob das zur Verfügung stehende Einkommen auch dann noch zur Finanzierung ausreicht. Im Firmenkundengeschäft dagegen muss der Berater die Fähigkeit mitbringen, eine Bilanz zu bewerten. Er muss in größeren Dimensionen denken, die wirtschaftliche Entwicklung berücksichtigen und unternehmerische Entscheidungen nachvollziehen können.

Ein vielseitiges Berufsfeld also, das im Anschluss an die Ausbildung viele Möglichkeiten bietet. Zurzeit beginnt bei der Stadtsparkasse Mönchengladbach das Bewerbungsverfahren für 2017. Im ersten Schritt können Interessenten im Onlineportal ihre Bewerbung samt Zeugnissen und Lebenslauf hochladen. Dann wird zum Einstellungstest eingeladen. "Hier testen wir mathematisches Verständnis, Kommunikations- und Konzentrationsfähigkeit", erklärt Gabriele Kels. Schließlich folgt das Einstellungsgespräch, bei dem die Bewerberinnen und Bewerber auch kurze Aufgaben lösen müssen. "Gut ist es, wenn die Bewerber sich schon durch ein Praktikum mit der Tätigkeit und dem Umfeld vertraut gemacht haben", berichtet die Abteilungsleiterin.

Wer eine Banklehre absolviert hat, ist für die Zukunft gut aufgestellt: Bankkaufleute sind begehrte Mitarbeiter.

Quelle: RP
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