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Mönchengladbach
Die Baustellen des neuen Baudezernenten

Mönchengladbach: Die Baustellen des neuen Baudezernenten
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Mönchengladbach. Seasons, Maria Hilf, City Ost: Das sind drei Projekte, die auf der Agenda des Technischen Beigeordneten Gregor Bonin ganz oben stehen. Von Dieter Weber

Dienstantritt am 2. November mit Begrüßung seines Teams im Bauamt. Die erste Ratssitzung einen Tag später. Und wieder 24 Sunden später seine erste Sitzung mit dem Bau- und Planungsausschuss. Diese Termine bestimmen die ersten Arbeitstage des neuen Bau- und Planungsdezernenten Gregor Bonin - wenn er denn überhaupt am 1. November in Mönchengladbach antreten kann.

Wer den 55-jährigen Gladbacher kennt, weiß: Er hat das, was sich auf dem Bau- und Planungssektor seiner Heimatstadt tut, seit Jahren intensiv verfolgt. Und seit seiner Wahl am Mittwoch zum neuen Technischen Beigeordneten wird er den Projekten der nächsten Jahre besonders große Aufmerksamkeit widmen.

FOTO: Reichartz,Hans-Peter (hpr)

Wir haben aufgeführt, welche das sind:

Maria Hilf Mehr als 34.000 Quadratmeter groß, mitten in der Stadt gelegen, hervorragende Infrastruktur, mehrere attraktive Grünanlagen in der Nähe: Das ist ein Filetstück. Hier kann ein Planungsdezernent zeigen, wie er Mönchengladbachs zentrale Mitte gestalten will. Die Kliniken Maria Hilf haben einen Erbbaurechts-Vertrag, der eigentlich bis 2051 läuft, wollen das Gelände aber früher - bis 2019 - verlassen. Die Stadt hat in das Plangebiet das Areal der Katholischen Hauptschule Stadtmitte (9000 qm) einbezogen. Und in der Nähe ist das Verwaltungsgebäude Oberstadt, das nach Meinung von Fachleuten an dieser Stelle nicht bleiben soll. Bis Ende 2019 soll die Planung fertig sein: Machbarkeitsstudie und Analyse liegen bereits vor. Demnächst werden die Bürger mit Zukunftswerkstatt und mobiler Denkfabrik beteiligt. Dann wird das Konzept als Leitlinie für den städtebaulichen Ideenwettbewerb erarbeitet. Ab 2019 sollen Gebäude, die nicht unter Denkmalschutz stehen, abgerissen werden.

Reme-Gelände Ein weiteres Kleinod, nicht weit von der Gladbacher City entfernt. 135.000 Quadratmeter groß, der Gladbach, der Namensgeber der Stadt, fließt hier noch oberirdisch. Reme-West und Reme-Ost heißen die Baufelder, und noch ist unklar, was im Detail alles entstehen soll. Es gibt bislang vier Grob-Entwürfe mit unterschiedlichen Akzenten. Fest steht: Hier soll es ein hochwertiges Wohngebiet mit einem bis zu 90 Meter breiten Renaturierungsgebiet geben. Das Gebiet verfügt über eine sehr gute soziale Infrastruktur mit Kindergärten und Schulen. Außerdem ist der S-Bahnhaltepunkt Lürrip nicht weit entfernt. Der Nachteil: Es gibt ein Altlastenproblem auf dem Gelände, außerdem sind die Abrisskosten der Gebäude ziemlich hoch.

Polizeipräsidium Voraussichtlich 2017 zieht die Polizei aus. Dann steht das Gelände weitgehend leer. Eigentlich sollte ein großer Teil des Areals der Hochschule zugeschlagen werden. Doch die hat abgewunken: Sie sieht vorerst keinen Bedarf mehr. Gladbachs Politiker wollen das Heft in der Hand halten und haben einen Rahmenplan entwickeln lassen. Hintergrund: Das Areal gehört dem Land, das es auf den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) übertragen hat.

Damit der BLB das Areal nicht an einen Investor verkauft, der vollkommen andere Interessen als die Stadt hat, wird in diesem Fall eine klare Richtung vorgegeben, was die Stadt hier erwartet. Es gibt bereits einen Rahmenplan mit verschiedenen Varianten: Er sieht unter anderem Wohnungen für Studenten und Dozenten, Künstler-Ateliers in einem Kreativhof und Werkstätten für Handwerker vor. Aber noch ist nichts in Stein gemeißelt.

City Ost Die Stadt hat sich weit aus dem Fenster gelehnt, als sie über ihre Tochter EWMG die City Ost kaufte. Für das rund 100.000 Quadratmeter große Gelände zahlte sie an den Immobilienentwickler Aurelis immerhin fast zehn Millionen Euro. Aber dafür halten Stadt und EWMG jetzt auch das Heft des Handelns in der Hand. Und das sieht für das Gebiet hochwertigen Bürobau vor. Das hat der Masterplan-Macher Sir Nicholas Grimshaw der Stadt ins Aufgabenbuch geschrieben, der Masterplan-Verein MG 3.0 treibt die Pläne voran. Aurelis hatte einem Büropark an diesem Standort hinter der Bahn wenig Chancen gegeben. Doch mittlerweile scheint sich der Wind gedreht zu haben. Immobilienentwickler berichten, dass der Markt für dieses Genre deutlich angezogen hat. Mittlerweile bauen Investoren spekulativ hochwertige Bürohäuser, das heißt: Sie haben noch keine Mieter, sehen aber wenig Probleme, für die Räume Interessenten zu finden. Dies ist eine neue Entwicklung in der Stadt.

Masterplan Es ist ja nicht so, dass in Mönchengladbach früher nicht geplant und gebaut wurde. Es gab auch Leitlinien und gesamtstädtische Konzepte. Aber mit dem Masterplan ist ein Werk entstanden, das in sich stimmig ist und den enormen Vorteil hat, dass sich Experten die Stadt mit dem Blick von außen angeschaut haben. Außerdem waren viele Bürger in mobilen Denkfabriken beteiligt. Im engen Zusammenspiel mit städtischen Planern und Politikern geben der Masterplan und sein Verein MG 3.0 die Richtung vor. Und es sind zahlreiche interessante Projekte, die noch zu verwirklichen sind: die Erweiterung des Geroweihers zum Beispiel.

Oder ein neues Konzept für den Verkehrsknotenpunkt Berliner Platz. Oder, ganz simpel, neue Ideen für eine Gestaltung der wenig ansehnlichen Brücken. Und für Bonin besonders attraktiv: die Landmarke als prägendes großes Gebäude als Gegenüber zur Kaiser-Friedrich-Halle. Jüngste Idee der Architektenschaft: Das Hochhaus könnte auf dem Gelände des alten Stadtbades stehen.

Regiopark Nein, der ist eigentlich kein Thema mehr, weil er fast voll ist. Aber er ist ein Synonym für ein funktionierendes, interkommunales Gewerbegebiet. Für große, weltweit operierende Unternehmen - Esprit, L'Oreal, DHL. Zalando - steht Mönchengladbach dank des Regioparks wieder auf der Landkarte.Jetzt wird ein weiteres großes Gewerbegebiet notwendig. Mit der Stadt Viersen im Norden Gladbachs? Oder wieder mit Jüchen in Sasserath? Gewerbegebiete sind für Planer nur mittelbar interessant, aber für die Stadt für die Ansiedlung von Unternehmen enorm wichtig.

Rheydter Bahnhof Für den symbolischen einen Euro soll das Gebäude des Bahnhofs an die Stadt gehen. Noch verhandelt sie mit der Bahn AG. Dann stellt sich die Frage: Was macht man daraus? Ihn instandsetzen? Das lohnt wohl kaum. Ihn abreißen? Das eher. Aber auch das ist nur sinnvoll, wenn es eine gute Nachnutzung gibt. Da existieren Ideen, mehr nicht. In die Planung muss auch der Bus-Bahnhof vor dem Bahnhof einbezogen werden.

Dorf-Masterpläne Der "große" Masterplan für die Innenstadt existiert. Aber Gladbach ist auch in den Stadtbezirken stark. Und auch dafür muss es Entwicklungskonzepte geben. Etwa für Wanlo am Rande des Tagebaus. Oder für Wickrath. Oder für Rheindahlen. Wanlo und Wickrath sind als Fördergebiete anerkannt, Rheindahlen arbeitet daran. Bonin wird städtebauliche Regiebücher für den ländlichen Raum der Großstadt entwickeln müssen.

Seasons Das Minto hat es geschafft: Das Einkaufscenters hat Strahlkraft, die deutlich über Mönchengladbach hinausgeht. Auch die Großunternehmen im Regiopark sorgen mit ihren Namen für Aufmerksamkeit. Der Freizeitpark Seasons auf dem Gelände des ehemaligen JHQ könnte einmal gemeinsam mit Borussia genannt werden, wenn irgendwo im europäischen Ausland von Mönchengladbach die Rede ist. Arabische Investoren, die 1,4 Milliarden Euro in Gladbach verbauen wollen, sind eine Riesenchance für die Stadt. 2000 Arbeitsplätze könnten entstehen. Anfang nächsten Jahres will der Investor eine Vorentscheidung treffen. Sie positiv zu beeinflussen, ist Bonins erste Aufgabe.

Quelle: RP
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