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Eselei (5)
Die Donkeys sind ein Superzeichen

Eselei (5): Die Donkeys sind ein Superzeichen
Der Margarethengarten hat deutliche Impulse erzeugt. Derzeit sind die Akteure auf der Suche nach einem anderen Standort. FOTO: Margarethengarten
Mönchengladbach. Er hat sich intensiv mit Eseln befasst - noch intensiver mit der Bedeutung des Kunstwerks "Donkey's Ways" von Rita McBride. Dabei hat Thomas Hoeps, Leiter des städtischen Kulturbüros, ausgesprochen interessante Ideen entwickelt. Von Inge Schnettler

Philosophische Gedanken sind es, die sich mit der Stadt und ihrer Entwicklung beschäftigt. "Der Masterplan sieht in der City Ost den Gladbach-Tower vor", sagt er. "Da wird ein Superzeichen gesetzt, das die Idee der Stadt repräsentiert." Und er ist ganz sicher, dass auch die sieben Esel auf dem Sonnenhausplatz ein Superzeichen setzen werden, "gerade weil es so verrückt ist". Diese These macht Thomas Hoeps an drei Dingen fest.

ERSTENS: Dass das Vorurteil, Esel seien doof, nicht haltbar ist, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben. "Der Esel ist - im Gegenteil - ein hochintelligentes Tier." Daran knüpft Hoeps den Gedanken an die Veränderungen, die die Stadt derzeit erlebt. "Es gibt Leute, die die Probleme hier erkannt haben, damit aber nicht gehadert, sondern die Chancen gesehen haben." Ein konkretes Beispiel sei die Gladbach-Idee von Johannes Jansen, der den Verlauf des Gladbachs mittels blauer Schilder gekennzeichnet habe. "Damit hat er einen wichtigen Identitätsfaktor wiederbelebt", sagt Thomas Hoeps. Denn er habe den Menschen in Erinnerung gerufen, dass das Bild der Stadt ursprünglich von einem Fluss gekennzeichnet war. Weitere Beispiele für Chancenentdeckung und -nutzung seien die Aktion "200 Tage Fahrradstadt" von Norbert Krause ("In der Folge gönnte sich die Stadt einen Mobilitätsbeauftragten."), die Greta & Claus-Märkte, der Margarethengarten, die Kulturnacht "Nachtaktiv" und die Rheydter "Schauzeit".

ZWEITENS: Die Linien, die auf dem Sonnenhausplatz "Donkey's Ways" nachzeichnen werden, stellen eine Abweichung vom scheinbar korrekten gerade Weg dar. "Die Abweichungen stehen für eine Form von Zweckfreiheit, die unterm Strich zu besseren Ergebnissen führt", sagt der Kulturbüroleiter. Nicht immer müsse auf Anhieb bei der Umsetzung von kreativen Ideen der konkrete Nutzen erkennbar sein. "Es gibt einen Anstoß, aus dem entwickelt sich am Ende ganz, ganz viel. Man denke nur an die blaue Fahrradroute - ein Resultat der Aktion von Norbert Krause."

DRITTENS: Thomas Hoeps hat herausgefunden, dass die afrikanischen Esel in kleinen Gruppen zusammenleben. "Es gibt wechselnde Leittiere - ohne Streitigkeiten." Hoeps bezeichnet das als "flache Hierarchie". Und er plädiert dafür, diese auch bei der Stadtentwicklung zu installieren. "Dieses kreative kleine Pflänzchen, das sich etwa auch bei der Entwicklung und Gestaltung des Schillerplatzes und in der Altstadt zeigt, müssen wir hegen, pflegen und stärken", sagt er. "Wir müssen aufpassen, dass die kreativen Akteure Bestandteil der Entwicklung sind - etwa im Rahmen des sogenannten Integrierten Handlungskonzepts, das, ähnlich wie die Soziale Stadt Rheydt, neue Impulse für die Entwicklung der Stadt Mönchengladbach setzen kann."

Thomas Hoeps, Leiter des Kulturbüros, philosophiert über den Esel und zieht Parallelen zur Stadtentwicklung.

Quelle: RP
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